Grüne Branche

Spargelbaugenossenschaft Walbeck: Vermarktung in Eigenregie

Eine eigene Gesellschaft zur Vermarktung ihres Spargels hat jetzt die Spargelbaugenossenschaft Walbeck (Geldern) gegründet. Gleichzeitig wird der Spargel aus Walbeck in diesem Jahr erstmals nicht über Landgard, sondern über den Erzeugergroßmarkt NRW (EGW) abgesetzt. 

Ernte des ersten Walbecker Spargels dieser Saison. Foto: Spargelbaugenossenschaft Walbeck

Grund hierfür sei, dass das seit August vergangenen Jahres markengeschützte Gemüse in der aktuellen Saison auch als Original „Walbecker Spargel“ vermarktet werden soll, wie Stephan Kisters, Geschäftsführer der neuen Vermarktungsgesellschaft, auf Anfrage der TASPO erklärt. Das habe Landgard nicht zusagen können, sodass die Entscheidung in diesem Jahr zugunsten des insgesamt besseren Angebotes des EGW fiel, so Kisters.

Unbefriedigend aus Sicht der Spargelbaugenossenschaft war zudem, dass Landgard keine Unterscheidung zwischen Walbecker und Rheinischem Spargel vornehmen wolle. Laut Aussage des Vermarkters seien dessen LEH-Kunden nicht bereit, einen Mehrpreis für Walbecker Spargel zu zahlen und durch getrennte Erfassung und Handling entstünden zusätzliche Kosten. Der Spargelbaugenossenschaft zufolge wurde dadurch nur noch der Durchschnittspreis ausgezahlt und kein höherer Preis für den Walbecker Spargel erzielt, wie zuvor an der Uhrenversteigerung.

Eine ausschließliche Vermarktung als „Walbecker Spargel“ gestalte sich zudem eher schwierig, wie Karl Voges, Vorstand Landgard und verantwortlich für den Bereich Obst und Gemüse, gegenüber der TASPO angibt. Zwar hebe Landgard als Vermarkter auch den Aspekt Regionalität hervor. „Wenn aber lokale Anbieter, so wie jetzt die Walbecker, ihren Spargel bei uns vermarkten wollen, stehen in der Summe oft nicht die Mengen in der Qualität und Sortierung zur Verfügung, die unsere zum Teil zentral disponierenden Kunden wünschen, da mehr als die Hälfte der Produktion ab Hof vermarktet wird“, so Voges.

Man habe die Erfahrung gemacht, dass aufgrund dieser Einschränkung, der Kosten und des Aufwandes keine entsprechende Nachfrage speziell nach Walbecker Spargel bestehe. Voges zufolge seien von den Walbecker Mitgliedern nur zehn als Anlieferer bei Landgard gelistet. Die bisher über Landgard vermarktete Spargelmenge entspräche somit weniger als zwei Prozent des Bedarfes in Nordrhein-Westfalen, so Voges.

Allerdings hätten die Walbecker die Zusammenarbeit mit Landgard keinesfalls dauerhaft beendet, wie in der Rheinischen Post online vom 21. März zu lesen war. Auch die Walbecker distanzieren sich entschieden von dieser Aussage. „Im nächsten Jahr sprechen wir wieder“, so Kisters. (ds)