Spargelhof in Bayern gilt als neuer Corona-Hotspot

Veröffentlichungsdatum:

Der Spargelhof in Inchenhofen hat die Ernte eingestellt, nachdem mehrere Erntehelfer positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden. Symbolfoto: Isaak Matten/Pixabay

Immer mehr Mitarbeiter eines Spargelhofs im bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg werden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Nach offiziellen Angaben gibt es bislang fast 100 bestätigte Infektionen in dem Betrieb, der damit formal als neuer Corona-Hotspot gilt. Eine Erklärung, wie es zu dem Ausbruch auf dem Spargelhof kommen konnte, gibt es indes noch nicht.

Umfassende Abstands- und Sicherheitsvorkehrungen auf Spargelhof

Der Spargelhof in Inchenhofen hatte Medienberichten zufolge im Vorfeld weitreichende Sicherheitsvorkehrungen für seine Erntehelfer getroffen. So seien diese in Ein- bis Zwei-Personen-Zimmern untergebracht, außerdem hatte ihnen der Betrieb eine eigene Kantine zur Verfügung gestellt sowie einen eigenen Supermarkt eingerichtet, wo überall Abstandsregelungen galten. Auch habe es eine Aufteilung der Saisonarbeitskräfte in Kleingruppen gegeben, die vom zuständigen Gesundheitsamt vorab ausdrücklich gelobt wurde.

Anfang Juni wurde bekannt, dass sich zwei Erntehelfer des Spargelhofs mit Corona infiziert haben. Das Gesundheitsamt hatte daraufhin die beiden positiv auf das Virus Getesteten isoliert und nach eigenen Angaben 47 Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt. Diese wurden wenige Tage später ebenfalls auf das neuartige Coronavirus getestet. Weil 19 von ihnen positiv waren, ordnete die Behörde daraufhin Reihentests bei sämtlichen Mitarbeitern des Spargelhofs an.

Keiner der getesteten Erntehelfer zeigt Symptome

Über 500 Beschäftigte des Betriebs in Inchenhofen wurden nach Angaben des Gesundheitsamts Anfang vergangener Woche getestet. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, gab es dabei 95 positive Befunde. Das Auffällige dabei: Keine der getesteten Personen zeigte der Behörde zufolge Symptome der durch das Virus ausgelösten Covid-19-Erkrankung. „Eine Erklärung könnte sein, dass die positiv Getesteten die eigentliche Erkrankung bereits früher durchgemacht haben, möglicherweise auch schon vor der Einreise. Denn auch das Konzept des Zusammenlebens und -arbeitens auf dem Spargelhof spricht nicht für eine derartige Ausbreitung des Virus vor Ort“, erklärt das Gesundheitsamt in einer offiziellen Pressemitteilung.

Spargelhof stellt Ernte und Verkauf ein

Das Landratsamt Aichach-Friedberg versucht Medienberichten zufolge aktuell zu klären, ob die aus dem Ausland stammenden Erntehelfer Kontakt mit Bewohnern im Landkreis hatten. Die positiv getesteten Mitarbeiter des Spargelhofs bleiben demnach vorläufig getrennt voneinander in firmeneigenen Wohnungen in Quarantäne, wo sie kostenlos versorgt werden. Wie lange die Quarantäne andauert und wann die Betroffenen in ihre Heimatländer zurückreisen können, entscheidet das Gesundheitsamt in den kommenden Tagen.

Obgleich die Erntehelfer bei ihrer Arbeit auf dem Feld nicht mit Kunden in Kontakt kamen, hatte der Spargelhof bereits nach den ersten positiven Corona-Tests die Spargelernte und den Verkauf des Stangengemüses eingestellt.

Cookie-Popup anzeigen