Grüne Branche

Spargelsaison 2018: große Mengen, kleine Preise

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Hohe Erntemengen und tiefe Durchschnittspreise: So fällt die Bilanz des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) zur diesjährigen Spargelsaison aus. Großen Einfluss auf dieses Ergebnis hatte vor allem das sonnige, zu heiße und zu trockene Wetter im April und Mai.

Zum Teil standen nicht genug Saisonkräfte zur Verfügung, um die großen Spargelmengen zu bewältigen. Foto: VSSE/Christoph Göckel

Höchsterträge durch Rekordtemperaturen

Sommerliche Temperaturen bereits im Frühjahr sorgten in der noch bis 24. Juni laufenden Spargelsaison trotz leicht verspätetem Start für Höchsterträge, resümiert der VSSE. Die traditionelle Kältephase, die in vergangenen Jahren regelmäßig für eine Mengenregulierung am Markt gesorgt hatte, fiel in diesem Jahr komplett aus – und das bundesweit. Mancherorts fehlten zudem Saisonkräfte.

„Die Nachfrage war bei den Konsumenten in den ersten Wochen sehr gut, ließ aber mit den heißen Temperaturen und zu Saisonende etwas nach. Neben den hohen, kaum zu bewältigenden Erntemengen, machte den Betrieben die negative Preisentwicklung zu schaffen. Die Schwierigkeit, ausreichend und gute Saisonarbeitskräfte zu bekommen, verschärfte die Situation zusätzlich“, fasst VSSE-Vorstandssprecher Simon Schumacher zusammen.

Ertragsmengen als größte Herausforderung

Als größte Herausforderung der Spargelsaison 2018 werden die großen Ertragsmengen angesehen. „Schuld“ daran waren die sommerlichen Frühjahrstemperaturen, die den Erntetermin der frühen und späten Spargelsorten zusammenrückten. „Für viele Spargelbetriebe war die Erntemenge kaum zu bewältigen. Einige Betriebe beendeten und beenden schon vorzeitig die Ernte“, erklärt Dr. Ludger Aldenhoff, Spargelberater in Süddeutschland. Im Norden und Osten der Republik kam zusätzlich noch extreme Trockenheit hinzu.

Im Gegensatz zu den Rekorderntemengen war der durchschnittliche Verbraucherpreis für das Stangengemüse in dieser Saison so niedrig wie schon lange nicht mehr. Zum Teil ging der stark nachgefragte Spargel im Lebensmitteleinzelhandel für gerade mal 5,48 Euro pro Kilogramm über die Ladentheke, wie Aufzeichnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) belegen.

Mehr Spargel als im Vorjahr verkauft

„Wir hatten drei Wochen mit hoher Reichweite im Mai, das heißt es gab hohe Mengen, aber auch einen hohen Abverkauf. Insgesamt gehe ich davon aus, dass in dieser Saison mehr Spargel als im Vorjahr verkauft wurde“, so das erste Fazit von Michael Koch von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft.