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Spargelsaison 2019: Bilanz fällt durchwachsen aus

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Endspurt für die Spargelsaison 2019: Mit dem traditionellen Erntefinale am 24. Juni werden die letzten Stangen des Edelgemüses auf deutschen Feldern gestochen. Das vorläufige Resümee fällt eher verhalten aus – die Rekordmengen aus dem vergangenen Jahr werden nicht erreicht, zudem sorgen steigende Produktionskosten und ein mäßiges Preisniveau bei vielen Spargelerzeugern für getrübte Stimmung.

Der anhaltende Mangel an Erntehelfern bleibt für viele Spargelerzeuger ein Problem. Foto: Christoph Göckel/VSSE

Anhaltender Mangel an Erntehelfern zwingt viele Spargelbetriebe zum Aufgeben

Auffangen können den Kostenanstieg allenfalls Betriebe mit größeren, zusammenhängenden Flächen und steigender Mechanisierung, erklärt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). „Andere reduzieren ihre Flächen oder sind gezwungen, die Produktion komplett einzustellen“, so VSSE-Sprecher Simon Schumacher. Ein weiterer Grund hierfür sei der anhaltende Mangel an Erntehelfern.

Entsprechend fordert der Verband für bilaterale Abkommen mit Serbien, der Ukraine und weiteren Ländern des Westbalkans, um die Situation für die Spargelerzeuger zu entschärfen. „Auch plädieren wir gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel für eine faire Preisgestaltung, die auch die Produktionskosten im Erzeugungsland berücksichtigt“, so Schumacher.

Trockenheit im vergangenen Jahr lässt Spargelernte 2019 geringer ausfallen

Geringer als im Vorjahr wird voraussichtlich die Gesamterntemenge ausfallen, was unter anderem auf die anhaltende Dürre des vergangenen Sommers zurückzuführen ist. So zeigten beispielsweise Spargelfelder in Nordrhein-Westfalen, die besonders unter der Trockenheit gelitten hatten und über den Winter ihre Wasserspeicher nicht auffüllen konnten, in dieser Saison deutlich weniger Erträge.

„In Nordrhein-Westfalen gab es Flächen mit sehr guten Spargelqualitäten, aber auch Betriebe mit katastrophal geringen Mengen, was teilweise mit der extremen Trockenheit 2018 zu tun hat“, erklärt Carsten Wenke, Spargelanbau-Berater der Landwirtschaftskammer NRW. „Insgesamt war diese Saison besser als letztes Jahr und damit zufriedenstellend, auch wenn die Preise kräftig gedrückt wurden.“

Diesjährige Spargelsaison in NRW „gutes Mittelmaß“

Als „gutes Mittelmaß“ gegenüber dem Vorjahr stuft Gemüseanbau-Beraterin Friederike Herberg von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die diesjährige Spargelsaison ein. „2017 war zu nass, 2018 viel zu warm. 2019 gab es durch die Spätfröste sehr unterschiedliche Qualitäten durch hohle Stangen und Verbräunung, aber dies hatten die Erzeuger wieder schnell im Griff. Insgesamt wird die Erntemenge geringer ausfallen.“ Ein ständiges und großes Thema werde zudem der Erntehelfermangel bleiben, so Herberg.

Eine schwere Saison hatten viele Spargelerzeuger in Süddeutschland, wie Spargelanbau-Berater Dr. Ludger Aldenhoff berichtet. Aufgrund steigender Personalkosten, einem niedrigen Preisniveau und Engpässen durch fehlende Erntehelfer werden einige Betriebe laut Aldenhoff ihre Produktion einstellen, andere denken bereits darüber nach. „Das Positive an der Saison war, dass Erntemenge und Nachfrage meistens passten, sodass die Kunden immer frischen Spargel hatten“, ergänzt der Experte.

Stimmung bei Spargelerzeugern im Osten „sehr unterschiedlich“

Als „sehr unterschiedlich“ beschreibt Spargelanbau-Berater Jürgen Schulze die Stimmung bei den Erzeugern im Osten der Bundesrepublik. „Die Preise waren relativ früh niedriger als das Wetter vermuten ließ. Der Ernteverlauf war gleichmäßiger, da die extremen Hitzephasen ausblieben. Die Problematik mit den fehlenden Arbeitskräften nimmt weiter zu“, so sein Fazit.