Grüne Branche

Spartenübergreifend: Azubi-Austausch im Bereich der Gartendenkmalpflege

Seit 2000 können die Gärtnerauszubildenden der Schlossgärtnerei Bad Homburg im Rahmen ihrer Ausbildung für drei Wochen an einem Austausch der hessischen und sächsischen Schlösserverwaltungen teilnehmen. In diesem Sommer beteiligte sich mit der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin/Brandenburg ein weiteres Bundesland an diesem Austausch. Jonas Tiedke, Auszubildender auf der Pfaueninsel in Berlin und Anne Sydow, aus dem Neuen Garten in Potsdam, erkundeten drei Wochen durch praktische Mitarbeit den Bad Homburger Schlossgarten. Zeitgleich befanden sich Kaya Peköz aus Bad Homburg und Alexander Born aus dem Klostergarten Seligenstadt für drei Wochen in Potsdam im Neuen Garten und auf der Pfaueninsel. Ziel des Austauschs ist es, die Gartendenkmalpflege noch mehr in das Bewusstsein der zukünftigen Gärtner zu bringen. Die angehenden Gärtner sollen früh lernen über den Tellerrand beziehungsweise über den Gartenzaun zu schauen. Außerdem soll es die Auszubildenden anspornen, die frühen Gesellenjahre als Wanderjahre zu nutzen, wie es früher schon Sitte unter den Gärtnern nach der Lehre war. Interessant an diesem Austausch ist auch die Tatsache, dass der Auszubildendenaustausch Fachsparten übergreifend ist. Wird auf der Pfaueninsel im Bereich Garten- und Landschaftsbau ausgebildet, so lernen die Bad Homburger Schlossgärtner in der Sparte Zierpflanzenbau. Der klassische Schlossgärtner war umfassend gebildet, über alle Sparten des Gartenbaues bis hin zur Mythologie. Während dieses Austauschs wird besonders auf die Gehölzpflege an alten Bäumen eingegangen. So wird der Sommerschnitt an Obstbäumen durchgeführt, der Heckenschnitt nach Schablone vorgenommen, die unterschiedlichen Kulturmethoden für Kübelpflanzen und die differenzierte Herangehensweise bei der Pflege der Citruskultur näher gebracht. Aber auch Aufbau und Pflege wassergebundener Wege erläutert.