Grüne Branche

Spatenstich für hochmodernen Biogemüse-Großbetrieb am Bodensee

Ein symbolischer Spatenstich markierte am 11. Juli den Beginn der Bauarbeiten für eines der größten Bio-Projekte im Unterglasanbau in Süddeutschland. Für 4,6 Millionen Euro soll in Aach am Bodensee in den nächsten sechs Monaten ein drei Hektar großes, hochmodernes Bio-Gewächshaus entstehen. Mit dieser Investition wagt der 28-jährige Bioland-Gärtner und Gartenbauingenieur Benjamin Wagner, Mitglied der Genossenschaft Reichenau-Gemüse eG, den Sprung von der Gemüseinsel im Bodensee auf das Festland. 

Für den Standort in Aach im Hegau sprachen laut Information der Reichenau-Gemüse eG nicht nur geeignete Flächen sondern auch eine in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Biogasanlage, deren Wärme (rund 15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr) bisher ungenutzt verpufft. Etwa 95 Prozent dieser Abwärme könne der Bioland-Gärtner für seine Kulturen künftig nutzen und damit einen Großteil des Energiebedarfs des geplanten Gewächshauses abdecken.

Mit den Projektpartnern EDEKA, Bioland und Reichenau-Gemüse eG setze Wagner auf erfahrene Partner, sagte der aus Stuttgart angereiste Vertreter des Ministeriums für ländlichen Raum, Ministerialdirigent Joachim Hauck. Ziel sei es, die Bevölkerung mit hochwertigen und nach den strengen Bioland-Richtlinien erzeugten Produkten aus der Region zu versorgen. Dies bestätigten auch die anwesenden Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Grünen) und Hans-Peter Storz (SPD).

Für die Reichenau-Gemüse eG, vertreten durch den Geschäftsführer der Genossenschaft Johannes Bliestle, bedeutet das Projekt laut Information einen weiteren wichtigen Impuls für das Bio-Segment. Für die Vermarktung sei es ein entscheidendes Argument, dass dem Partner EDEKA ein kontinuierliches Angebot an Bio-Gemüse in erstklassiger Bioland-Qualität angeboten und geliefert werden könne, so Johannes Bliestle. Ab der Saison 2014 sollen dies von Anfang April bis Ende September rund 2,5 Millionen Bioland-Gurken aus dem Hegau sein. (ts)