Grüne Branche

Sportlicher GaLaBau-Auftrag

Im GaLaBau Report 2, der der TASPO 6/2013 beiliegt, beschreibt Autorin Petra Reidel die Sanierung eines Reiterhofes in einem Ort bei Heilbronn, bei der neben der Beleuchtung und der Neuanlage der Reitbahnbeläge auch das  Regenwassermanagement eine zentrale Rolle spielte. Wie das genau geplant wurde, das hat Petra Reidel  bei Christoph Roesler von der Firma SecOp genau nachgefragt.

Auf allen befestigten Flächen liegt so genanntes Drainpflaster, das die Versickerung des Oberflächenwassers durch die mit Hartgesteinssplitt verfüllten Fugen gewährleistet. Zusätzlich werden diese Beläge durch ihr Oberflächengefälle nach außen in die angrenzenden mit Rollrasen und einer zehn Zentimeter hohen Rasentragschicht bedeckten Retentionsflächen entwässert, da auf überhöhte Einfassungen entlang der Belagskanten komplett verzichtet wurde. Die unter allen Retentionsflächen liegende 15 Zentimeter dicke Kiessandschicht mit einer Körnung von 0 bis 32 Millimeter leitet das Niederschlagswasser über das Erdplanum und dessen Gefälle zuverlässig in das System des Regenwassermanagements ein, denn der danach anstehende Lehm-Lössboden schließt die Versickerung ins Grundwasser aus. Sämtliche Oberflächeneinläufe liegen etwas überhöht in den Retentionsflächen, was einen zeitverzögerten Eintrag in das System gewährleistet. Durch den Einsatz von Schraubfundamenten in der gesamten Anlage, deren Installation grundsätzlich nach der Fertigstellung der Flächen erfolgte, konnte komplett auf betonierte Fundamentkörper verzichtet werden. Dadurch kann sich das Wasser auf dem Erdplanum der großen Retentionsflächen ungehindert in den Entwässerungsleitungen bis zur geplanten Anstauhöhe ausbreiten, bevor es in das Gesamtsystem abfließt. In der gesamten Anlage wurden die Kanalleitungen in drei unterschiedliche topografische Einzelbereiche gegliedert. Durch Drosselschächte kann der Einstau, aber auch eine gewollte Entleerung, gesteuert werden. Ist das Maximum der Einstauhöhe auf einer Ebene erreicht, gelangt das Wasser durch einen Überlauf zur nächsten, tieferliegenden Retentionsfläche und wird so geordnet weitergeleitet.

Ein durchgängiger Kanal auf der Westseite nimmt sämtliche Niederschlagswässer aus den Reitbereichen, Paddockflächen sowie den Dachflächen auf. Dieses Wasser, ausgenommen das Dachwasser, ist bereits über die im Untergrund eingebaute Kiessandschicht vorgefiltert. Die zusätzlich eingebauten Teilsickerrohre sind in der Lage, Wasser von außen aufzunehmen, um es wieder den Retentionsflächen zuzuführen, falls hier die Einstauhöhen zu weit sinken. Eine weitere Regulierung des Einstaus erfolgt mechanisch über Drosselklappen. Die Retentionsflächen bringen über die Kapillarwirkung der verwendeten Materialien das Wasser zurück zur Oberfläche, wo es verdunstet, die Staubentwicklung minimiert und hierdurch auch für die Langlebigkeit der Deck- und Tretschicht bei den Reitbelägen sorgt. Vom Hauptdrosselschacht gelangt das Wasser durch einen Überlauf in den Vorfilterschacht. Hier sondern sich die Schwebteile ab, im folgenden Hauptfilterschacht dann die Feinteile. Danach sammelt sich der Niederschlag in vier durch Grundleitungen miteinander kommunizierenden Zisternen. Diese großen, leicht versetzbaren Kunststoffbehälter fassen jeweils 6.500 Liter Wasser (26.000 Liter gesamt). Bei Starkregenereignissen oder langer Niederschlagsdauer wird das Zuviel an Wasser per Einstaunivellierung und einen Überlaufschacht in die erste Retentionsmulde, die direkt neben den Zisternen liegt, geleitet. Über eine im Untergrund verlegte Ringleitung mit Teilsickerrohren ist die gleichmäßige Ausbreitung in der Mulde sichergestellt. Sollte hier eine Sättigung erreicht werden, steigt das Wasser aus dem Muldenboden auf, flutet diese Retentionsmulde bis zur Höhe eines etwas tiefer liegenden Ablaufschachtes, um sich dann im gleichen Verfahren in der zweiten Retentionsmulde auszubreiten. Ein letzter Überlaufschacht, der direkt mit dem Landgraben verbunden ist, sichert das System für extreme Starkregenereignisse ab. Durch dieses Wassermanagement wird eine bemerkenswerte Zeitverzögerung bei der Abführung des Niederschlagswassers erreicht. Die beiden Mulden erhöhen das Einstauvolumen noch einmal um 100.000 Liter. Die kontinuierliche Pflege des Systems, zu der neben der Kontrolle der Kanäle auch das Mähen der Muldenflächen, das Reinigen der Filterschächte sowie die Kontrolle der Drosselschächte zählen, wird ebenso dokumentiert und obliegt den Mitarbeitern des Pferdehofes.

 

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