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Stadtgrün: Berlin spart bei Saisonbepflanzung

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Saisonbepflanzung ist in vielen Großstädten ein viel diskutierter Kostenfaktor geworden. So sparen sich etwa Medienberichten aus Berlin zufolge in diesem Jahr zahlreiche Hauptstadtbezirke die Frühjahrsbepflanzung. Wie steht es um die Saisonbepflanzung in anderen Großstädten? Die TASPO hat bei Grünflächenämtern nachgefragt.

Saisonbepflanzungen finden oft nur noch an ausgewählten Standorten statt. Foto: Silke Wiebrock

In Berlin dürften die Gründe für die Sparmaßnahmen in der Verschuldung der Hauptstadt zu finden sein, so die Aussage von Peter Panhoff (Grüne), Bezirksstadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, auf Nachfrage der TASPO. Die Schwerpunkte des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamtes lägen in der Müllentsorgung und der Herstellung der Verkehrssicherheit der Grünanlagen. Die Behörde konzentriere sich auf ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben, Frühjahrsbepflanzungen gehören nicht dazu, so Panhoff.

Saisonbepflanzung in Köln von sehr großer Bedeutung

„In Köln wird der Frühjahrs- und ebenso der Sommerbepflanzung eine sehr große Bedeutung beigemessen“, so die Aussage von Manfred Kaune, Amtsleiter für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt Köln. Die Beete in der Innenstadt umfassen insgesamt eine Fläche von rund 2.600 Quadratmetern.

„Auch die 79.000 Straßenbäume liegen der Stadt Köln am Herzen“, so Amtsleiter Kaune. In den letzten beiden Jahren konnten nahezu 2.000 Fehlstellen nachgepflanzt werden, da der Rat der Stadt Köln hierfür zusätzliche Gelder in Höhe von über 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hatte. Im vorläufigen Haushalt 2016 seien für die Optimierung der Grünpflege zusätzlich 1,5 Millionen Euro vorgesehen.

Stuttgart: Schwerpunkt nicht mehr auf Saisonbepflanzung

„Wir pflanzen gezielt an repräsentativen, hochfrequentierten oder historisch bedeutenden Orten in der Stadt“, so die Erklärung von Volker Schirner, Amtsleiter des Garten-, Friedhofs- und Forstamts in Stuttgart. Wurde vor fünf Jahren noch in der breiten Fläche eine Wechselbepflanzung vorgenommen, werden heute nur noch rund 1.000 Frühjahrsblüher vereinzelt auf repräsentativen Flächen gepflanzt. „Unser Schwerpunkt liegt auf dem Erhalt von hochwertigen Grünflächen und der Sicherheit bei Spielplätzen und Bäumen. Aber nicht mehr auf der Wechselflorbepflanzung“, so Volker Schirner.

Im Vergleich zu vor fünf Jahren ist die Saisonbepflanzung um rund 40 Prozent zurückgegangen, so die Einschätzung von Amtschef Schirner. Wie in anderen Großstädten auch, unterliegen in Stuttgart die Maßnahmen einer „streng wirtschaftlichen Ausrichtung“, so Schirner. Hoffnungsvoll blickt Volker Schirner auf das „1.000 Bäume“-Programm der Stadt Stuttgart, was auch von der Politik gefördert wird.

Düsseldorf: Saisonbepflanzung wird oft unterschätzt

„Mehr als 200.000 Blumen wurden in die Wechselbeete gesetzt“, so die Auskunft von Silke Wiebrock vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt in Düsseldorf. Besonders stolz sei man auf die Eigenproduktion der Stadtgärtnerei unter Mitarbeit der zwölf Auszubildenden des Gartenamtes. Wiebrock betont die Bedeutung einer Saisonbepflanzung für die Bevölkerung: „Die Saisonbepflanzung wird oft unterschätzt und der Wohlfühlfaktor der Bürger übersehen. Die Einwohner bedanken sich sehr für die wechselnden Bepflanzungen.“

Wie es die Main-Metropole Frankfurt mit Saisonbepflanzung und Stadtgrün hält und wie der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) die aktuelle Situation bewertet, lesen Sie in der TASPO 15/2016.