Grüne Branche

Start für Fair Trees Fair Plants: Nachhaltigkeitslabel FFP nun auch für Baumschulen verfügbar

Zum 21. August 2013 hat die Stiftung FFP (Fair Flowers Fair Plants) den Geltungsbereich ihres bislang nur für Zierpflanzen bestehenden Nachhaltigkeits-Zertifikates auf Gehölze ausgedehnt.

Das erste Zertifikat Fair Trees Fair Plants erhielt Marc Lodders. Foto: MPS

Unter dem Label „Fair Trees Fair Plants“ können somit nun auch Baumschulen neben den Nachweisen einer umweltgerechten, nachhaltigen Produktion die Einhaltung vorgegebener Sozialstandards im Markt verdeutlichen, dies teilt die Stiftung MPS (Milieu Project Sierteelt) aktuell mit. Erster Teilnehmer bei „Fair Trees Fair Plants“ ist der Information zufolge Marc Lodders von Lodders Baumschulen (NL-Wernhout).

Basis für die Erweiterung des bislang existierenden Zertifikates auf den Baumschulbereich ist eine Partnerschaft, die FFP zum 1. Januar 2013 mit der Stiftung MPS eingegangen ist, von wo aus seitdem auch die operationellen Aktivitäten sowie das Marketing für FFP getätigt werden.

„Durch diese Zusammenarbeit ist Fair Flowers Fair Plants mit einem internationalen Netzwerk von Zierpflanzen-Unternehmen, alle mit dem Ziel, nachhaltige Zierpflanzen-Produkte im Markt zu etablieren, verbunden“, so die Stiftung.

Wie auch beim FFP-Label für Zierpflanzen steht hinter der Einführung des Zertifikates „Fair Trees Fair Plants“ die Idee, nachhaltig erzeugte Produkte unter einem Label am Markt anbieten zu können und damit die für den Handel schlecht handhabbare Kennzeichnungsvielfalt abzulösen. Im globalen Warenaustausch ermögliche dies zudem eine Chancengleichheit zwischen Anbietern aus Industrie- und Entwicklungsländern, sofern sie über die erforderliche Zertifizierung für Umwelt- und Sozial-Standards verfügen.

Wie Theo de Groot, Geschäftsführer von MPS, auf Anfrage der TASPO informierte, gibt es bei Vorlage der entsprechenden Zertifizierung keine Teilnahme-Beschränkungen für das neue Label „Fair Trees Fair Plants“. Als Voraussetzungen gelten, wie beim FFP-Label für Zierpflanzen, die Umwelt-Zertifizierung nach MPS-A oder Vergleichbarem sowie das Sozial-Zertifikat MPS-SQ (Socially Qualified).

Auch kostenseitig werde das neue Label in gleicher Weise gehandhabt. Um eine möglichst deutliche Kennzeichnung für die Verbraucher zu ermöglichen, lehne sich das Logo sehr stark an das bestehende Fair Flowers Fair Plants-Logo an. Das einheitliche Erkennungszeichen ermögliche so ein problemloses Handling im internationalen Warenverkehr.

Baumschul-Unternehmen, die den institutionellen Markt innerhalb der Niederlande beliefern wollen, kommen allerdings nicht mit dem Label „Fair Trees Fair Plants“ (FTP) aus, denn speziell für diesen Zweck wurde das MPS-A-Zertifikat durch einen Nachhaltigkeitsnachweis erweitert.

Dieser ermögliche zusammen mit dem FTP-Label dann den Zugang sowohl zum Verbraucher- als auch zum institutionellen Markt im Inland. Was genau es mit diesem Nachhaltigkeitsnachweis auf sich hat, bleibt derzeit unklar.

Wie de Groot auf Nachfrage versicherte, habe er nichts mit dem Nachweis gebietsheimischer Herkünfte zu tun, der aufgrund nationaler Gesetzgebung in Deutschland vielfach bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand gefordert wird. (ks)