Grüne Branche

Startschuss für Gendatenbank Rhododendron

Am 23. November erfolgte mit der Übergabe der Zuwendungsbescheide durch die Staatssekretäre Gert Lindemann (Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) sowie Friedrich-Otto Ripke (Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) der offizielle Startschuss für das Projekt "Dezentrale Gendatenbank-Netzwerk Rhododendron" in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn. Die LVG koordiniert das deutschlandweite Modellvorhaben zur Erhaltung der Rhododendron-Vielfalt. Wirtschaftlich spielt die Gattung Rhododendron im Baumschulbereich eine große Rolle und gehört dort zu den wichtigsten gärtnerischen Kulturen im nordwestdeutschen Raum. Pro Jahr werden nach den Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zwölf Millionen Pflanzen deutschlandweit produziert, davon etwa 80 Prozent im oldenburgisch-ostfriesischen Anbaugebiet mit Schwerpunkt Ammerland.

Ziel des deutschlandweiten Projektes "Dezentrales Genbank-Netzwerk Rhododendron" ist, für dieses wichtige Ziergehölz die Arten- und Sortenvielfalt für Deutschland zu erfassen, zu prüfen, zu dokumentieren und vor allem langfristig zu sichern. Während der Laufzeit des Projektes (drei Jahre bis 31. Oktober 2010) sollen zunächst bereits vorhandene Daten großer Parks und Züchter aufgearbeitet werden. Jeweils in der Blütezeit des Rhododendron von März bis Juni - der einzigen Zeit, in der die Pflanzen eindeutig bestimmt werden können - sollen zusätzlich "Sammler" unterwegs sein, um Pflanzen in den Sammlungen aufzusuchen, gegebenenfalls nachzubestimmen oder Pflanzenproben zu nehmen. Von besonders seltenen Arten und Sorten, die in ihrem Bestand gefährdet sind, soll zudem Material zur Nachzucht im Rhododendron-Sichtungsgarten im Park der Gärten in Bad Zwischenahn oder im Bremer Rhododendron-Park genommen werden. Der Botanische Garten und Rhododendron-Park Bremen ist Projektpartner. In einem weiteren Projektschritt soll ein Qualitätssiegel entwickelt werden. Mit ihm sollen Betriebe und Privatgärtner auch öffentlichkeitswirksam zeigen können, dass ihre Rhododendron-Sammlung geprüft und in das "Dezentrale Genbank-Netzwerk Rhododendron" aufgenommen wurde.

Finanziert wird das Genbank-Projekt zu 76,6 Prozent aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hinzu kommen Gelder des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie ein Eigenanteil der Projektpartner. Das Gesamtvolumen beträgt 645 387 Euro. Nach Abschluss des Projektes wird die Datenbank den Angaben zufolge an das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) übergeben.