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Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin: Zu Weltruhm mit Iris und Paeonia

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Die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin in Südbaden zählt zu den ältesten und bekanntesten Gärtnereien in Deutschland. Angestaubt sind allerdings höchstens ein paar alte Wegweiser – der Spagat zwischen Tradition und Zukunft gelingt nicht nur, er ist ein wichtiger Part des vielseitigen Geschäftsmodells.

Staudengärtnerei erfolgreich ins neue Jahrtausend geführt

Aglaja von Rumohr übernahm 1993 die Gärtnerei ihrer Mutter. Der gelernten Buchhändlerin gelang, was anfangs niemand so recht glauben wollte: Sie führte die weltberühmte Staudengärtnerei erfolgreich ins neue Jahrtausend.

2013 übernahm ihr Sohn Frederik von Rumohr den Betrieb. Er sieht als Nichtgärtner seine Aufgabe darin, gemeinsam mit der Betriebsleitung die unternehmerische Strategie zu formen: „Mein Hauptziel ist es, den Betrieb stabil und gesund für die Zukunft vorzubereiten – damit dann hoffentlich eines meiner vier Kinder Lust hat, das Familienunternehmen weiterzuführen.“ Die gärtnerische Kompetenz bringt Agraringenieurin Michaela Rösler ein: Sie leitet die Gärtnerei seit über 20 Jahren.

Besucher kommen in Scharen in die Staudengärtnerei

Die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin ist vor allem für ihr großes Iris-, Paeonien- und Hemerocallis-Sortiment bekannt. Präsent ist sie im Fernsehen, in namhaften, großen Gartenzeitschriften und auf Gartenfestivals in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Zu Veranstaltungen wie dem Gräflich Zeppelinschen Gartenfest kommen Besucher in Scharen. Lesungen, Workshops und Kompaktseminare sind beliebt, und oft ist es schwierig, im Café des neu gebauten Verkaufsgewächshauses einen Platz zu bekommen.

Zahlreiche Busse machen im idyllischen Sulzburg/Laufen Stopp: Die Busreisenden bekommen Führungen durch den Betrieb. Und wer es nicht persönlich schafft, die Gärtnerei zu besuchen, kann seine Pflanzen online ordern. Bereits seit 1936 ist der Versandhandel parallel zur Gärtnerei ein wichtiges Standbein. „Versand und Pflanzenverkauf vor Ort sind heute zwei gleichberechtigte Vertriebskanäle mit gleichem Umsatz“, sagt Frederik von Rumohr.

„In unserem Betrieb herrschen viele Anachronismen“

„Eigentlich müssten wir fokussierter sein“, so der Unternehmer, der außerdem eine eigene Beratungsgesellschaft führt. Er sieht aber gerade in der Vielfalt des „Unternehmens“ Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin die Nische, mit der die Gärtnerei erfolgreich ist.

„In unserem Betrieb herrschen viele Anachronismen“, ergänzt Frederik von Rumohr. „Einerseits gehen unsere Bestellungen im Pflanzenhandel zu 90 Prozent online ein. Andererseits fragen unsere Kunden auch gezielt nach dem gedruckten Katalog.“ Dieser hat eine Auflage von 13.000 Exemplaren und kostet 7,50 Euro. Darin beschrieben ist das große Sortiment an Stauden inklusive der Sortenvielfalt bei den drei Spezialitäten.

„Wir möchten alles für den anspruchsvollen Hobbygärtner bieten“, sagt Frederik von Rumohr. Das Sortiment wurde in den vergangenen Jahren behutsam erweitert. Bei den Pflanzen kamen Zwiebeln und Gehölze dazu, im Bereich des Gartenzubehörs Gartengeräte und Gartenkleidung. Die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin ist aber kein Gartencenter, sie ist ein Produktionsbetrieb. Die Pflanzen werden zum großen Teil selbst vermehrt.

Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin bietet rund 2.500 Arten und Sorten an

Michaela Rösler hat als Pflanzenexpertin den Überblick über das umfangreiche Sortiment. Etwa 2.500 Arten und Sorten bietet die Gärtnerei an. „Es ist wichtig, sich nicht zu verzetteln“, sagt sie. „Jeweils ein bis zwei Kolleginnen kennen die Spezialsortimente intensiv. Sie kaufen neue Sorten bei den Züchtern und beurteilen sie zum Beispiel nach Reichblütigkeit, Farbe oder Gesamteindruck. Kommen wir zu dem Schluss, dass wir diese Sorte brauchen, nehmen wir sie ins Sortiment auf. Dann wird an anderer Stelle eine Sorte gestrichen. So halten wir unser Pflanzenangebot zeitgemäß.“

Mehr über die Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin und die Anfänge des modernen Traditionsbetriebs lesen Sie in unserem ausführlichen Porträt in der TASPO 21/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.