Steigende Kosten: Pflanzenproduzenten unter Handlungsdruck

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Pflanzenproduzenten geraten unter anderem durch stark gestiegene Logistikkosten immer mehr unter Druck. Foto: Green Solutions

Der IVG rechnet mit weiteren Preiserhöhungen bei Blumen und Pflanzen. Grund dafür seien unter anderem „explosionsartig“ angestiegene Transportkosten. Sollten Produktionsgärtner diese nicht über den Handel an Endverbraucher weiterreichen können, drohe ihnen ein „desaströses wirtschaftliches Ergebnis“.

Verschärfung der angespannten Lage durch den Ukraine-Konflikt

Die seit Monaten angespannte Lage auf dem Rohstoff- und Energiemarkt sowie im Transportwesen hat sich durch den Ukraine-Konflikt noch einmal drastisch verschärft. Deshalb müssen sich deutsche Verbraucher und Unternehmen weiterhin auf Preiserhöhungen einstellen, erklärt der Industrieverband Garten (IVG). Zahlreiche Branchen wie etwa der Gartenmarkt hätten ihre Preise bereits angepasst, Substrat- und Düngemittel-Produzenten sowie Hersteller von Geräten und Hartwaren seien gezwungen gewesen, die Mehrkosten an den Handel und damit an den Endverbraucher weiterzugeben. „Diese Entwicklung macht auch vor Blumen und Pflanzen nicht halt, da sie besonders stark von der verschärften Situation in der Logistikbranche betroffen sind“, so der IVG.

Bezahlbare Transportmöglichkeiten immer schwieriger zu finden

Die Logistikkosten würden sich durch die geringen Transportkapazitäten und den dadurch verursachten Laderaummangel derzeit „überschlagen“. Hinzu kämen ein verstärkter Online-Handel und vor allem steigende Treibstoffpreise. „Steigen die Preise für Diesel, erhöhen sich auch die zu zahlenden Transportkosten für die Pflanzenproduzenten automatisch“, schildert Philip Testroet, Referent Gartenbau und Umwelt beim IVG, die derzeitige Lage. „Zudem kündigen einige Spediteure sogar bestehende Verträge, da die Pflanzen-Logistik für sie nicht mehr rentabel ist.“ Für Produktionsgärtnereien werde es daher immer schwieriger, überhaupt bezahlbare Transportmöglichkeiten zu finden.

Sämtliche Topfgrößen von steigenden Logistikkosten betroffen

Von den steigenden Logistikkosten seien laut IVG sämtliche Topfgrößen betroffen, obwohl der logistische Aufwand bei Töpfen mit einem durchschnittlichen Volumen von drei bis zehn Litern ungleich größer sei als bei Töpfen mit einem Durchmesser von acht bis 14 Zentimetern. „Unabhängig von Topfgröße und Preis ergibt sich für die Produzenten der Handlungsdruck, die Mehrkosten der Logistik über den Handel an die Verbraucher weiterzureichen“, so Testroet. „Der Branche bleibt in dieser Situation kaum etwas anderes übrig und sie hofft auf die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher. Denn die finanzielle Situation der Produktionsgärtnereien bleibt äußerst angespannt.“

Gartenbau-Unternehmen teilweise in ihrer Existenz bedroht

Die Margen hätten sich durch die massiven Kostenerhöhungen beim Einkauf von Töpfen, Verpackungen und Substraten bereits extrem verringert, wie Testroet anmerkt. „Können die Produzenten die explosionsartig angestiegenen Transportkosten nicht weitergeben, droht ihnen ein desaströses wirtschaftliches Ergebnis.“ Dadurch sei nicht nur die Leistungsfähigkeit der Unternehmen bedroht, sondern teilweise sogar ihre Existenzen, so der IVG-Referent.