Steigende Nachttemperaturen lassen Spargel sprießen

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Unter den besonderen Umständen sei laut VSSE gut angelaufen. Foto: VSSE e.V. /Christoph Göckel

Nach den kalten Tagen, die das Wachstum der Spargelstangen ausbremsten, lassen steigende Nachttemperaturen die Erzeuger hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Die Bedingungen seien demnach wieder optimal für das Edelgemüse, erklärt der Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE).

Etwas Entspannung durch Einreise von Saisonarbeitskräften

„So langsam kommt Freude auf die Spargelsaison auf. Die Kompromisslösung der Bundesregierung, 80.000 Saisonarbeitskräfte unter strengen Hygiene-Auflagen nach Deutschland einreisen zu lassen, bringt wieder etwas Entspannung in die Spargelbetriebe. Wir hoffen, dass es in der guten Zusammenarbeit mit Saisonarbeitskräften aus dem In- und Ausland noch eine den Umständen entsprechende, zufriedenstellende Saison werden kann“, erklärt Simon Schumacher, Vorstandsvorsitzender des VSSE.

Spargelsaison unter diesen Umständen gut angelaufen

Nach ersten Gesprächen mit Händlern können demnach auch erste positive Ergebnisse verzeichnet werden, wie der stellvertretende Bereichsleiter und Spargelmarkt-Experte der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) Michael Koch betont: „Unter den Umständen und abgesehen vom Wegfall des Absatzes an die Gastronomie, ist die Spargelsaison gut angelaufen. In der Corona-Krise funktionieren bis jetzt die Direktvermarktung ab Hof und die Wochenmärkte gut.“ Laut AMI lag der Selbstversorgungsgrad bei Spargel im vergangenen Jahr bei stattlichen 86 %, es ist die einzige Gemüseart, die zu diesem hohen Grad in Deutschland erzeugt und auch verzehrt wird.

Wegbruch des Absatzmarktes Gastronomie

Auch in Niedersachsen kann man den Wegbruch des Absatzmarktes Gastronomie noch nicht genau einschätzen. Vor allem auf den sich schnell erwärmenden Sandböden rund um Nienburg und in der Lüneburger Heide zwischen Burgdorf und Lüneburg, sprießen die weißen Stangen bereits. Den Spargelanbauern bleibe derzeit aber auch hier lediglich der Verkauf an den Lebensmitteleinzelhandel und vor allem an Privatkunden im Direktabsatz. „Die größte solidarische Hilfe für die Betriebe wäre es, jetzt regionale Produkte direkt beim Bauern zu kaufen“, hebt Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, diesen traditionellen Vermarktungsweg des Spargels hervor. Bislang läuft der Verkauf an Spargelbuden und in Hofläden vielversprechend. „Die Leute wollen Spargel essen und sich was gönnen“, sagt Eickhorst.

Spargel kann mit guter Qualität überzeugen

Trotz der besonderen Umstände durch die Verbreitung des Corona-Virus‘ und den damit einhergehenden Einschränkungen der Bundesregierung, habe der Spargel bislang in Deutschland wieder eine gute Qualität. „Bisher ist der Spargel schön gleichmäßig gewachsen. Mit all den Einschränkungen durch die Erntehelferproblematik werden wir zu Ostern Spargel haben und nach Ostern richtig in die Saison einsteigen“, führt Spargelexperte Dr. Ludger Aldenhoff aus.

Rückläufiger Trend der Saison 2019

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Spargelanbauer im Vergleich zu 2018 eine um knapp zwei Prozent niedrigere Ernte mit insgesamt 130.563 Tonnen. Dabei fiel die Spargelanbaufläche mit 22.975 Hektar ebenfalls um rund zwei Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Der Ertrag wies mit 5,68 Tonnen pro Hektar gegenüber 2018 einen Gleichstand auf. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr insgesamt 1660 Spargelanbaubetriebe (2018: 1779 Betriebe), die insgesamt 27.338 Hektar Anbaufläche (inklusive Junganlagen) bewirtschafteten, was einer um eine rund vier Prozent kleineren Anbaufläche als 2018 bei einem gleichzeitigen Rückgang an Anbauern um knapp sieben Prozent entspricht. Diese Zahlen setzen den rückläufigen Trend des vergangenen Jahres fort.