Steine im Vorgarten – Das Für und Wider

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Das Verhältnis von Pflanzen zu Steinen sollte in jedem Fall zugunsten der Pflanzen ausfallen. Foto: BGL

Graue Schotterwüsten in Deutschlands Neubaugebieten sorgen immer wieder für Diskussionen. Doch Schotterwüsten sind nicht gleich Steingärten. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hilft mit der Initiative Rettet den Vorgarten bei der Aufklärung.

Steingarten vs. Schotterwüste

Die häufig als 'Steingärten' bezeichneten Vorgärten geistern bereits geraumer Zeit durch die Gazetten und lösen immer wieder heftige Diskussionen aus, besonders in den Sozialen Netzwerken wird leidenschaftlich darüber diskutiert. Grund sind vor allem die negativen Auswirkungen von Steinen, Kies und Schotter im Vorgarten für die Umwelt, das Kleinklima und die Insekten- und Vogelwelt. Doch Steine im Garten sind nicht gleich Steine im Garten, wie der BGL mit der landläufigen Fehlannahme aufzuräumen versucht. Es müsse vielmehr Schotterwüsten heißen. Steingärten seien einer alpinen Hochlandschaft nachempfunden, neben Steinen integrieren sie vor allem eine Vielzahl an Pflanzen, die von Natur aus an karge Böden gewöhnt sind, und bieten in den Steinzwischenräumen Insekten wichtige Rückzugsorte. Demgegenüber bestehe die Schotterwüste fast ausschließlich aus Schotter und Kies. Nur sehr selten tauchen Koniferen, kleinere Gräser oder auch kugelrunde Buchsbäume in Schotterwüsten auf. „Sie brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege, um an solch einem Standort zu überleben. Das gilt vor allem während des Sommers, wenn sich Kies und Schotter am Tage stark aufheizen und die Temperaturen in ihrer direkten Nähe in die Höhe treiben", betont Achim Kluge vom BGL

Schotterwüsten sind nicht pflegeleicht

Bei Steingärten werde auf dichte Bepflanzung, Polsterstauden und Bodendecker gesetzt. Dadurch haben unerwünschte Gewächse, wie zum Beispiel Wildkräuter kaum Platz, sich zu verbreiten. Bei Schotterflächen hingegen soll ein unter der Steinschüttung liegendes Unkrautvlies Wildwuchs verhindern, um diese pflegeleicht zu machen. Doch weit gefehlt. Tatsächlich kann auch das Vlies nicht verhindern, dass sich zwischen dem Kies organisches Material, wie Samen und Blätter, ansammelt. Dieses bildet mit der Zeit eine Humusschicht, die wiederum hartnäckigen Unkräutern, aber auch Flechten und Moosen ideale Bedingungen zum Wachsen bietet.

Korrekter Einsatz von Kies im Garten

Steine, Kies und Schotter als Gestaltungselemente seien laut BGL aber nicht per se zu verteufeln, viel mehr können sie bei richtiger Anwendung auch hilfreiche Eigenschaften haben. Wichtig sei vor allem, dass sie nicht die Hauptrolle spielen und die Pflanzen ausreichend Raum zum Wachsen und Blühen haben. Grün im Garten sei nicht nur wichtig fürs Kleinklima, sondern diene auch als Rückzugsort und Nahrungsgrundlage für Insekten und Vögel. „Neben der Nachahmung einer Gebirgslandschaft gibt es auch die Möglichkeit, einen attraktiven Kiesgarten anlegen zu lassen", so Kluge. „Hier umschmeichelt der Kies als Mulchschicht trockenheitsresistente Pflanzen wie Lavendel, Fetthenne oder Katzenminze und schafft im natürlichen Zusammenspiel mediterranes Flair. Auch Gräser fügen sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Prozentual nehmen die Gewächse deutlich die größte Fläche ein, der Kies tritt in den Hintergrund. Vielmehr plädieren wir für eine bedachte Verwendung von Kies und Schotter, die nicht gegen, sondern mit der Natur denkt. An allererster Stelle sollte bei der Planung auch im Vorgarten immer eine abwechslungsreiche Vielfalt von Pflanzen stehen, die sich in solch einer Umgebung wohlfühlen. Dann ist der Vorgarten sowohl attraktiv als auch pflegeleicht und gut für die Umwelt."