„Steinwüsten“ im Fokus

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Blühende Vorgärten vs. Schotterbeete
In das Thema Kiesgärten kommt Bewegung. Es wird derzeit auch verstärkt in der Öffentlichkeitsarbeit aufgegriffen, so ist zum Beispiel das Grüne Medienhaus (GMH) dazu aktiv geworden. Der BGL hat im Rahmen seiner Kampagne „Rettet den Vorgarten“ eine Studie vorgestellt.

Unter dem Motto „Polychrom statt monoton“ rücken Grünes Medienhaus1 und der Verband der Gartenbaumschulen (GBV) in einer gemeinsamen Presseinformation das um sich greifende Phänomen der Schotterbeete ins Blickfeld. Dabei räumen sie nicht nur mit dem Irrglauben auf, dass solche „Wüsten aus aufgeschüttetem Kies“ angeblich pflegeleicht sind, sondern bieten gleichzeitig Problemlösungen, wie sich Gärten tatsächlich pflegeleicht gestalten lassen.

Die Mär vom pflegeleichten Kiesgarten...
... sei das wohl merkwürdigste und verheerendste Missverständnis der jüngeren Gartengeschichte, so GMH und GBV. Denn eigentlich liege ihr ein wunderschöner, üppig blühender Garten zugrunde: der Kiesgarten von Beth Chatto. Ausgerechnet in einer der trockensten Gegenden Englands, auf von Kies und Geröll durchsetztem Sandboden, hatte die berühmte englische Gartengestalterin in den 1970er Jahren ein blühendes Paradies geschaffen. Tatsächlich wandte Chatto aber schlicht einen Grundsatz an, der heute zum Handwerkszeug jedes ausgebildeten Gärtners gehört: Pflegeleicht sind Gärten dann, wenn die dort gepflanzten Arten bestmöglich auf den Standort und aufeinander abgestimmt sind.

Anregungen für Kies-Alternativen
Alternativen zum öden Kiesbett gibt es sicher viele. GMH und GBV machen hier zwei Vorschläge, zum Beispiel „clevere Kombinationen“ aus attraktiven Gehölzen und Bodendeckern – etwa mit Magnolien, Zierkirschen oder Blumen-Hartriegel, kombiniert mit Efeu, Euonymus fortunei, Pachysandra, Vinca oder Waldsteinia ternata. Auch mit den zahlreichen wissenschaftlich getesteten Staudenmischungen ließen sich blühende Vorgärten mit geringem Arbeitsaufwand gestalten. Ausdrücklich wird empfohlen, sich von den Pflanzenexperten in örtlichen Gärtnereien oder Gartenbaumschulen beraten zu lassen.
db


1:Das Grüne Medienhaus wurde auf Initiative des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) gegründet und hat sich zur Aufgabe gemacht, Verbraucher und Medien firmen- und markenneutral über gartenbauliche Themen zu informieren.

Lesen Sie mehr dazu in Ausgabe 06/2017 Deutsche Baumschule.



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