Grüne Branche

„Stores of the Year 2014“: Prämierter Erlebniseinkauf für Edeka Niemerszein und Gepp’s Feinkost

Im Rahmen des 17. Internationalen Jahreskongresses zu neuen Retail Konzepten, Store Design und Markenkommunikation am POS – Stores 2014 – Ende August in Mainz wurden zwei Unternehmen als „Stores oft the Year“ in der Kategorie Food ausgezeichnet. Die Einzelhändler stellten ihre Konzepte vor, die vor allem auf Einkaufserlebnis und hochwertige Produkte setzen.

Und in noch einem weiteren Punkt ähneln sich der Edeka-Markt Niemerszein in Hamburg und die Feinkostkette Gepp’s aus Bayern: Beide setzen auf qualifizierte Mitarbeiter, die das Konzept glaubwürdig vermitteln können.

Wie Erlebnisshopping im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) funktionieren kann, zeigte Volker Wiem, Mitinhaber von Edeka Niemerszein. Im Hamburger Stadtteil St. Georg hat der Familienbetrieb auf 2.200 Quadratmetern ein Lebensmittelgeschäft mit Erlebnischarakter eröffnet. Hier bedienen Fachkräfte an liebevoll gestalteten Frischetheken. Viele Artikel seien bewusst vom SB-Regal dahin zurückgeholt worden. Groß ist auch das Angebot an Convenience-Produkten mit der zweitlängsten Salatbar Hamburgs.

Die Gestaltung besonderer Warenpräsentationen übernehmen die Mitarbeiter gemeinsam mit dem Blumenhändler aus dem Eingangsbereich. Meist wird Saisonware dafür verwendet. Breite Gänge und viel Licht schaffen eine luftige Atmosphäre. Es gibt Ruhebereiche mit lebenden Bäumen und Ratestationen für Kinder. Wie ein Tante-Emma-Laden kommt die Süßigkeiten-Abteilung daher.

Die Kunden kommen aber nicht nur wegen der großen Auswahl: „Meine Mitarbeiter sind das Wichtigste im Laden“, so Wiems. Die Kunden würden mehr Zeit als gewöhnlich dort verbringen, probieren, sich beraten lassen. „Und weil die Menschen Spaß bei uns haben, können wir uns vom Online-Handel absetzen.“

Mit dem Konzept, Feinkost erlebbar zu machen, hat auch Alexander Gepp Erfolg. Der Leistungssportler startete Anfang 2013 in Regensburg mit seinem ersten Geschäft. Inzwischen gibt es fünf Gepp’s-Läden in Bayern, ausschließlich in Einkaufszentren.

Das Erfolgsrezept: Der Kunde soll durch Probieren auf den Geschmack kommen. 42 Sorten Öl und Essig stehen zum Kosten bereit. „Im Schnitt nimmt der Kunde nach dem zwanglosen Probieren zwei bis drei Artikel mit, wobei rund 45 Prozent als Geschenk gekauft werden“, berichtete Gepp.

Hochwertiger Ladenbau aus deutscher Fichte, vom Schreiner gebürstet und geflammt, beleuchtete Flaschenregale, eine Echtpflanzenwand von Florawall (A-Bad Erlach) und detailverliebte Beschriftung vermitteln eine hochwertige, authentische Stimmung.

Besonders sind auch die Produkte: „Bis auf die Schokolade gibt es nichts davon im Supermarkt“, unterstrich Gepp. Ein Trendfood-Scout hilft bei der Auswahl. Oft seien die Artikel gemeinsam mit den Manufakturen entwickelt worden – darunter auch regionale und Bio-Produkte. Rund 300.000 Flaschen Essig und Öl werden per Hand in einer Behindertenwerkstatt abgefüllt, die auch die komplette Lagerhaltung übernommen hat. Dadurch können 80 Prozent der Produkte zu einem Preis von unter sieben Euro angeboten werden.

Getragen werde das Konzept durch die Mitarbeiter. Wer sich bewirbt, muss seine Affinität zu Feinkost in einem Fragebogen unter Beweis stellen und eine Produktschulung mitmachen. Einmal im Jahr geht es zudem zur Kochschulung.

Zuvor war Alexander Gepp vier Jahre als Geschäftsführer in der Blumenbranche tätig. Zuerst in Kenia bei einem Jungpflanzenproduzenten, danach bei Herneth Gartenbau in Österreich. Allein deshalb ist er an einer Kooperation mit dem grünen Handel interessiert, der durch Gepp’s-Produkte sein Sortiment ergänzen könnte. „Das kann eine Auswahl sein oder eine ganze Gepp’s-Regalwand samt Probierschubladen. Der Wohlfühl-Charakter des Blumenfachhandels schafft eine ansprechende Atmosphäre für das Thema Feinkost“, ist Gepp überzeugt. (vag)