Grüne Branche

Straßenbäume: Aktuelle Pflanzenkrankheiten

Fachseminar mit Informationen zum Pflanzenschutz
Massaria und Eschentriebsterben – Mit aktuellen Krankheiten und Schädlingen an Straßenbäumen wie auch anderen Gehölzen beschäftigte sich ein Vortrag auf dem Corthum-Fachseminar im Februar in Süddeutschland.

Massaria, Eschentriebsterben und Buchsbaumzünsler sind in aller Munde. An welchen Symptomen man diese Krankheiten und Schädlinge eindeutig erkennt, erläuterte Jochen Veser, Fachberater aus Korntal-Münchingen.

Die Befallswahrscheinlichkeit ist immer von mehreren Faktoren abhängig. Und hierzu zählen neben dem Mikroklima, der genetisch fixierten Anfälligkeit und der Vitalität der Wirtspflanze ebenso Verletzungen, die als Eintrittspforte fungieren und der bestehende Befallsdruck. Stammschäden an Rosskastanien werden entweder durch Phytophtoracactorum, Phythophtoracitricola und/oder durch Pseudomonas Syringae pv. aesculi verursacht. Eine makroskopische Unterscheidung mittels der verursachten Symptome ist jedoch nicht exakt möglich.

Beide Erreger überdauern auf Totholz und im Boden, weshalb das Schnittholz nur in die Heißrotte auf Kompostieranlagen gebracht werden darf. Vitale Bäume schaffen es häufig, die Schadstellen abzuschotten.
„Oft führen gerade bei Phytophtora-Erkrankungen Stresssituationen wie extreme Trockenheit zum Ausbrechen bereits latenter Infektionen“, erklärte Veser.
Die Massaria-Krankheit bei Platanen beschrieb der Experte als durchaus hinterlistig. Dieser Schwächeparasit putzt die Krone aus, indem er zunächst nur schwache Äste infiziert, aber es kann besonders unter Stressbedingungen immer wieder auch ein dickerer Ast betroffen sein.

Von unten ist der Befall schwer erkennbar, da das Holz von oben abgebaut wird und nur hier die Verfärbungen des Rindengewebes sichtbar sind. Veser rät deshalb in Befallsgebieten zur Kontrolle vom Hubsteiger; dieser ist auch das Mittel der Wahl, wenn es um die Entfernung des Totholzes geht.
Ist die Krone licht genug, kommt die Erkrankung in aller Regel zum Stillstand. Eine regelmäßige Bewässerung als Standortverbesserung ist durchaus sinnvoll.

Lesen Sie mehr zu Eschentriebsterben, Mehltau, Buchsbaumzünsler und zur Gesetztgebung in dem ausführlichen Berich in Ausgabe 07/ 2013 Deutsche Baumschule.