Grüne Branche

Stressreport: Grünpflanzen im Büro reduzieren Stress

Grünpflanzen im Raum wirken messbar als Stresskiller. Zu diesem Ergebnis kommt der jetzt vorliegende Stressreport 2012, informiert der bundesweite Verbund „die Raumbegrüner“. Wie norwegische Wissenschaftler herausfanden, erhöhen begrünte Arbeitsplätze zudem die Erinnerungs- und Konzentrationsfähigkeit und lösen positive Emotionen aus. 

Grünpflanzen im Büro können Stress nachweislich reduzieren. Foto: Kremkau

Anhand von Messungen des Blutdruckes und Hautwiderstandes konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass bereits das bloße Anschauen von Pflanzen Stress deutlich reduzieren kann. „So entscheiden sich immer mehr Krankenhäuser für große Gruppen lebender Pflanzen in der Empfangshalle – gerade dort wird ihre entspannende und stressreduzierende Wirkung dringend gebraucht“, sagt Lutz-Peter Kremkau, Geschäftsführer des Verbundes „die Raumbegrüner“.

In begrünten Firmen-Foyers und Sitzungszimmern wiederum kommen nachweislich mehr positive Geschäftsabschlüsse zustande, so Kremkau. „Der Wohlfühl-Bonus, den wir sonst nur noch vom Spaziergang im Wald oder Park kennen, stellt sich offenbar auch im Büro und Zuhause ein: Der Blick ins Grüne weckt neue Energien.“

Wie das funktioniert, erforschte der US-Wissenschaftler Roger S. Ulrich, indem er die physiologischen Reaktionen von Menschen mit und ohne Pflanzen aufzeichnete und unter anderem die Leitfähigkeit der Haut, die Muskelspannung, die Pulskurve und die Herzfrequenz maß.

Dabei kam Ulrich zu dem Ergebnis, dass Stressabbau und Regeneration mit Pflanzen deutlich stärker und schneller erfolgten als ohne: Die Messwerte zeigten bereits nach weniger als fünf Minuten den deutlichen Spannungsabbau.

„Dahinter steckt die uralte Menschheitserfahrung, dass Grün existenzsichernd ist – genau deshalb finden wir eine solche Umgebung beruhigend und schön“, erklärt die Diplom-Psychologin Dr. Antje Flade, Spezialistin für Wohn-, Stadt- und Mobilitätsforschung. Zu dieser „Evolutionstheorie“ komme laut Flade noch die „Aufmerksamkeitserholungstheorie“, die besagt, dass die gesteuerte Aufmerksamkeit, wie man sie etwa an einem Computer-Arbeitsplatz benötigt, zu Ermüdung führt. Dagegen sei die anstrengungslose und unwillkürliche Aufmerksamkeit, die man einer Naturlandschaft oder Bepflanzung gegenüber zeigt, erholend.

„Weltweit haben wissenschaftliche Studien ergeben: In begrünten Räumen arbeiten Menschen motivierter und mit besseren Ergebnissen“, so Kremkau. Die bioaktive Pflanzenatmung trage zudem aktiv zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter bei: Laut Statistik fallen in begrünten Büros pro Mitarbeiter jährlich 3,5 Krankheitstage weniger an.

Mit Ansprechpartnern in jedem Bundesland stehe der Verbund (Internet: www.dieraumbegruener.de) für lebendes Grün unter anderem in Unternehmen, Kliniken und öffentlichen Gebäuden. Dabei garantiere der Verbund gleichbleibend hohe Qualitätsstandards. (ts)