Grüne Branche

Strukturwandel: Regierungspräsident Schmalzl sieht große Herausforderungen für den Gartenbau

Struktur- und Klimawandel, steigende Produktionskosten und Globalisierung stellen auch an die Gartenbaubranche große Herausforderungen. Darauf wies der baden-württembergische Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei einem Besuch im Ostalbkreis hin. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Württembergischen Gärtnereiverbandes, Hartmut Weimann, besichtigte er den Betrieb Welzel Gartenbau in Essingen und anschließend die Rosenstein-Baumschule Koch-Fischer in Heubach-Lautern, um sich vor Ort einen Eindruck von der Gartenbaubranche zu verschaffen. 

„In Zeiten des Strukturwandels im Gartenbau bedarf es mutiger Entscheidungen, um konkurrenzfähig zu bleiben und zukunftsfähig zu werden. Diese Entscheidungen sind hier zur rechten Zeit getroffen worden“, lobte Schmalzl die Betriebe.

Spezialisierung auf kleine Bereiche wie zum Beispiel auf die Jungpflanzenproduktion ermöglichten gezielte Investitionen zur Steigerung der Produktivität und Qualität. Abschließend konnte Schmalzl folgendes Fazit ziehen: „Gärtnerisches Know-how, unternehmerisches Denken, gut ausgebildete Mitarbeiter und fachkundige Beratung sind die Basis für jeden Gartenbaubetrieb. Heimische Produktion bedeutet kurze Transportwege und steht für Förderung von regionalen Wertschöpfungsketten“, so Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

Beim Betriebsrundgang wurde unter anderem gezeigt, wie gut die Deutsch-Drahthaarhündin Rika im Auftrag der Landesverwaltung schnüffelt und den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) und den Zitrusbockkäfer aufspüren kann. Diese beiden Schädlinge gelangen über Holzverpackungen und Pflanzenlieferungen aus China zu uns und können immense Schäden anrichten. Die speziell dafür im Bundesamt für Waldschutz, Österreich, ausgebildete Hündin demonstrierte zusammen mit ihrem Hundeführer Hermann Meier vom Regierungspräsidium Stuttgart unter Zurhilfenahme von Probematerial ihr Können.

Seit mehreren Generationen wird von der Familie Welzel in Essingen Gartenbau betrieben. Vor 30 Jahren widmete man sich bereits der Anzucht von Gemüsejungpflanzen. Heute ist das Unternehmen als Spezialist weit über den süddeutschen Raum hinaus in der Gartenbaubranche bekannt. Nachdem der erste Bauabschnitt mit 42.000 m² im Jahr 2004 fertig gestellt und eingeweiht wurde, kam nun der zweite Bauabschnitt des hochmodernen Gewächshauses hinzu. Die Gewächshäuser verfügen über optimale Produktionsbedingungen, da sich das Klima individuell an den Bedarf der jeweiligen Kultur anpassen lässt. Dafür sorgen ein ausgeklügeltes Lüftungssystem, welches die unabhängige Steuerung der Dachseiten erlaubt, sowie ein flexibles Heizsystem, das in der Hauptsache mit Energie aus nachwachsenden Rohstoffen beschickt wird.

Ein weiteres Beispiel für eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Strukturwandel im Gartenbau ist in der Rosenstein-Baumschule zu sehen. Die Rosenstein-Baumschule produziert auf knapp 10 Hektar hochwertige Nadel- und Laubgehölze, Rosen und Stauden. Neben regionalen Garten- und Landschaftsbauern decken auch viele Privatkunden in der Gartenbaumschule ihren Pflanzenbedarf ab. (rps)