Studie: 73.000 Baumarten auf der Welt

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Rund 43 Prozent aller Baumarten befinden sich in Südamerika, wie hier in Brasilien. Symbolfoto: falco/ Pixabay

In einer neuen Studie zur Artenvielfalt auf der Erde haben Forschende aus aller Welt Daten zusammengetragen und analysiert. Dabei ging es darum, wie viele Arten von Bäumen es auf dem Planeten gibt. Dabei kam man zu einem überraschenden Ergebnis, denn es existieren mehr Arten, als ursprünglich angenommen.

Über 73.000 Arten von Bäumen weltweit

Bäume gehören auf unserem Planeten zu den an besten erforschten Lebensformen. Forschende auf der ganzen Welt, unter denen sich auch Martin Herold vom Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) befand, haben nun ihre Daten zusammengetragen und kamen zu der Erkenntnis, dass es insgesamt 73.300 Baumarten auf der Welt gibt. Damit steht fest, dass gut 14 Prozent mehr als bisher angenommen existieren, von denen gar 9.000 Arten noch entdeckt werden müssten. Diese Zahlen gehen auf neue Schätzungen der Forscher zurück. Nicht nur ein Drittel der bislang bekannten, auch die meisten unentdeckten Arten seien selten, nur auf bestimmten Kontinenten verbreitet und tropisch oder subtropisch.

Neue Schätzung auf Basis weltweit zusammengetragener Daten

In den vergangenen Jahren hat die Global Forest & Biodiversity Initiative (GFBI) die Aufgabe übernommen, Daten aus aller Welt Daten zur Artenvielfalt von Bäumen zusammenzutragen. Im Rahmen der nun publizierten Studie wurden diese Daten systematisiert, sowie nach biologischen, kontinentalen und globalen Aspekten ausgewertet. Diese Datenbank basiert im Wesentlichen auf Messungen und Zählungen im Gelände. Martin Herold hat dazu beispielsweise Messungen aus verschiedenen Gebieten in den Tropen und Subtropen beigetragen.

43 Prozent aller Baumarten in Südamerika

„Der Beitrag seltener Arten zu den Ökosystemleistungen ist bedeutsam und ein Thema aktiver Forschung. Unsere Ergebnisse verdeutlichen die Vielfalt aber auch die Anfälligkeit der globalen Waldbiodiversität gegenüber anthropogenen Veränderungen der Landnutzung und des Klimas, die seltene Arten und damit den globalen Baumreichtum bedrohen“, werden die Forschenden zitiert. Etwa 43 Prozent aller Baumarten der Erde kommen in Südamerika vor, gefolgt von Eurasien (22 Prozent), Afrika (16 Prozent), Nordamerika (15 Prozent) und Ozeanien (11 Prozent). „Die Europäischen Wälder kennen wir besser, hier ist die Artenvielfalt relativ gut erforscht“, sagt Martin Herold. „Wichtig ist, dass wir in der Wissenschaftscommunity das gemeinsame Ziel haben, auch die Unbekannten Arten künftig systematisch zu erfassen“, so Herold.

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