Grüne Branche

Studie: biologische Vielfalt auf robotergemähten Flächen

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Das Thema Biodiversität beschäftigt die Branche nicht erst seit gestern. Eine neue von Stihl unterstützte Studie der Universität Hohenheim hat jetzt herausgefunden, dass Rasenflächen, die von Mährobotern bearbeitet werden, der Biodiversität auf diesen Flächen keineswegs schaden, ganz im Gegenteil.

Auf vier unterschiedlichen Arealen wurde die Biodiversität auf robotergemähten und handgemähten Flächen untersucht. Foto: Stihl

Mähroboter vs. Handmäher mit Fangkorb

Wer hätte es gedacht, dass Mähroboter teilweise besser abschneiden, als Handmäher mit Fangkorb, wenn es um die Biodiversität von Rasenflächen geht? Beim Feldversuch einer Masterarbeit des Instituts für Agrartechnik der Universität Hohenheim wurde eine frisch angelegte Rollrasenfläche in vier Areale unterteilt und typische Rasenkräuter gleichmäßig eingesetzt. Zwei Areale wurden während des Versuchszeitraums mit einem handgeschobenen Rasenmäher im etwa zweiwöchigen Rhythmus gemäht. Hier wurde auf drei beziehungsweise sechs Zentimeter Schnitthöhe gemäht. Die übrigen beiden Areale wurden täglich von einem Mähroboter bearbeitet, der ebenfalls mit einer Schnitthöhe von drei, beziehungsweise sechs Zentimetern arbeitete. Anschließend wurde regelmäßig das Wuchs- und Blühverhalten der Rasenkräuter in Abhängigkeit von der jeweiligen Mähmethode analysiert. Mit dem Ergebnis, dass Blühpflanzen auf robotergemähten Flächen besser wachsen und blühen, als beim Einsatz von handgeschobenen Rasenmähern mit Fangkorb.

Funktionsweisen entscheiden über Biodiversität

Als Grund für das verblüffende Ergebnis geben die Autoren der Studie die unterschiedlichen Funktionsweisen der Geräte an. Die Windflügelmesser von Handrasenmähern erzeugen demnach einen Sog, der das Gras nach oben zieht, um es sauber abzuschneiden. Allerdings werden dabei auch Kräuter und andere Blühpflanzen auf der Höhe der Blüten gekappt. Dagegen schneiden die als Mulchmäher konzipierten Mähroboter das Gras und die Pflanzen regelmäßig nur um wenige Millimeter, ohne einen solchen Sog zu erzeugen. Zudem fällt das winzig feine Schnittgut zurück in die Grasnarbe und verbleibt dort als Mulch(-Dünger). Des Weiteren passen sich die Pflanzen der hohen Mähfrequenz von Robotermähern an und wachsen mehr in die Breite als in die Höhe. Dies führt dazu, dass auf den robotergemähten Parzellen der Blütenreichtum der eingesetzten Blühpflanzen beträchtlich größer war als auf den handgemähten Parzellen.

Insektenaufkommen wurde gemessen

Zusätzlich wurde regelmäßig die Zahl der Insekten in einem zufällig ausgelegten Messquadrat ermittelt. Auch hier bestätigte sich das Ergebnis, denn auf den robotergemähten Flächen brummte und summte es viel mehr. Insbesondere bei einer Schnitthöhe von sechs Zentimetern kamen mehr verschiedene Insekten vor. Auch die Rasendichte wurde auf allen Versuchsfeldern untersucht. Auf beiden robotergemähten Parzellen blieb die Rasendichte über den kompletten Zeitraum bei nahezu 100 Prozent. Laut Studie sei das Mulchprinzip der Mähroboter dafür verantwortlich. Dagegen fiel die Rasendichte auf den handgemähten Flächen kontinuierlich auf rund 80 Prozent ab.

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