Sturm-Trio sorgt im Gartenbau für Schäden in Millionenhöhe

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

In einem Kräuterbetrieb in Norddeutschland führte Zeynep zu Kulturschäden, auch in einer Topfhalle am Niederrhein (Bild unten) bot sich nach dem Orkan ein Bild der Zerstörung. Fotos: Gartenbau-Versicherung

Die Sturmtiefs Ylenia, Zeynep und Antonia haben am Wochenende zwischen Woche sieben und acht im Bundesgebiet für Zerstörungen in Milliardenhöhe gesorgt. Auch aus dem Gartenbau gingen mehrere hundert Schadensmeldungen ein, wie die Gartenbau-Versicherung in einem ersten Resümee mitteilte.

Rund 800 Sturmschäden aus dem Gartenbau gemeldet

Bei Sturmtief Nadia, das Ende Januar mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 140 Stundenkilometern über Deutschland hinweg zog, war der Gartenbau noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen – das Unwetter habe nur wenige Schäden in den Betrieben verursacht, wie die Gartenbau-Versicherung einige Tage später gegenüber der TASPO erklärt hatte. Nach dem Sturm-Trio des Wochenendes zwischen KW 7 und KW 8, das an den deutschen Küsten Windgeschwindigkeiten von bis zu 162 Stundenkilometern erreichte und laut der Gartenbau-Versicherung an den letzten besonders schadenreichen Sturm Kyrill aus dem Jahr 2007 erinnere, jedoch bietet sich ein völlig anderes Bild: Rund 800 Sturmschäden wurden der Gartenbau-Versicherung bis dato gemeldet, das Gros davon von Betrieben, die in der Mitte und im Norden Deutschlands, nördlich einer gedachten Linie zwischen Köln und Berlin liegen. Auch aus den Niederlanden und in geringerem Umfang aus Nordfrankreich habe der Außendienst Schadensmeldungen erhalten, informiert die Gartenbau-Versicherung.

Gesamtschaden von bis zu zwölf Millionen Euro

Die meisten Schäden liegen demnach unter 10.000 Euro, jedoch sei es vereinzelt auch zu Großschäden in den Betrieben gekommen, die insbesondere durch Schäden an den Kulturen die Millionen-Euro-Grenze übersteigen würden. Die Großschäden finden sich nach Aussage der Gartenbau-Versicherung ausschließlich in den Niederlanden, es handele sich dabei um eine Handvoll Gemüsebau-Betriebe in Holland.

Das Gesamtvolumen der Schadenleistungen schätzt die Gartenbau-Versicherung derzeit auf bis zu zwölf Millionen Euro. Wie der Spezialversicherer dazu ausführt, entstehe ein Großschaden in sechs- oder sogar siebenstelliger Höhe bei Sturm vor allem dann, wenn empfindliche Kulturen durch Löcher in den Dachflächen ungeschützt der Witterung ausgesetzt sind – was auch bei dem Orkantief Zeynep passiert sei. Große Schäden könnten zudem hervorgerufen werden, wenn eine zunächst kleine Lücke in der Bedachung nicht zeitnah geschlossen werden könne – bereits eine einzelne stärkere Windböe sei dann in der Lage, das vorgeschädigte Dach anzugreifen und für großflächigen Schäden zu sorgen.

Schnellstmögliche Reparatur empfohlen

„Bei der weiterhin instabilen Wetterlage empfehlen wir daher eine schnellstmögliche Reparatur oder zumindest das provisorische Abdichten“, so Manfred Klunke, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung. Da die Lage am Materialmarkt weiterhin angespannt sei, wären hier Betriebe im Vorteil, die sich bereits einen ausreichenden Vorrat an Glasscheiben angelegt hätten. „Wir freuen uns immer mit unseren Mitgliedern, wenn diese durch vorausschauendes Handeln schnell zum normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren und wir die Regulierung zügig abschließen können“, so Klunke weiter.