Grüne Branche

Sturmschäden durch Ela: Friedhöfe in NRW zum Teil immer noch gesperrt

Teilweise immer noch gesperrt sind diverse Friedhöfe in Nordrhein-Westfalen nach dem Sturm Ela vom 2. Juni, der gerade im öffentlichen Grün umfangreiche Schäden angerichtet hat (siehe auch TASPO 28/14). Besonders betroffen war beispielsweise die Stadt Essen (Verwaltungsbereich „Grün und Gruga“) mit dem Friedhof im Stadtwald Essen-Kettwig.

Friedhof Essen-Kettwig: Hier warf der Sturm 60 bis 70 große Buchen um. Foto: D. Buhle

Er war zwei Wochen komplett gesperrt (andere Friedhöfe in Essen sind bis heute noch teilweise gesperrt). Nach der Situation vor Ort erkundigte sich die TASPO bei Dennis Buhle von Blumen-Buhle aus Mühlheim a. d. Ruhr.

Nach seinen Schilderungen traf es den Friedhof Essen-Kettwig besonders schlimm. Auf einer Schneise durch den Friedhof riss der Sturm 60 bis 70 große Buchen um. Gräber waren dort gar nicht mehr zu sehen, oft völlig zerstört, Grabsteine umgekippt, sogar der ganze Grundcharakter als Friedhof im Stadtwald verändert.

Buhle: „Ein Grabstein wurde sogar neun Meter mit dem kippenden Baum weggeschleudert“. Während der Sperrung wurden die umgestürzten Bäume durch Baumpfleger geräumt und weder Gießen noch Pflegen der Gräber gestattet. Wie Buhle berichtete, hatte sein Unternehmen sogar selbst mehrere (zeitweise bis acht Personen pro Woche) Baumpfleger im Einsatz, um die Verkehrssicherheit wieder herzustellen. Doch auch jetzt noch liegen zum Teil Wurzelteller auf den Gräbern.

Nach dem groben Räumen der Wegeführung und der Gräber hat Buhle Fotos von seinen Pflegegräbern gemacht und sie mit einem Anschreiben an seine Kunden weitergeleitet. Da die Sturmschäden als höhere Gewalt einzustufen sind, sind nämlich sie für die Beseitigung der Schäden und die Kosten dafür zuständig. Sie reagierten zum Teil verhalten, andere erschüttert, einige haben sich die Verwüstungen auch vor Ort angesehen, schildert Buhle.

Zum Teil gab es sofort Aufträge zur Schadensbeseitigung, andere brauchten oder brauchen noch mehr Zeit. Die Schadensbeseitigung wird sich nach Einschätzung Buhles auf jeden Fall noch über Monate hinziehen. Und, so fügt er hinzu, „wenn es keinen Auftrag gibt, bleiben die Gräber, die nicht bei uns in Pflege sind, so wie sie sind.“

Wenn Gräber mit Dauergrabpflegeverträgen betroffen sind, rät Buhle, sich sowohl mit der Dauergrabpflegegesellschaft als auch mit den Hinterbliebenen, die in der Regel in etwa 80 Prozent der Fälle noch vorhanden sind, wegen der Schadensbeseitigung in Verbindung zu setzen. Gegebenenfalls lasse sich auch, in Absprache mit der Dauergrabgesellschaft der Umfang von Pflegeleistungen zugunsten von Neupflanzungen verschieben. (hlw)