Sturmschäden: richtige Gehölzwahl für mehr Verkehrssicherheit

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Laut BdB kommt es entlang von Bahnstrecken auf die Wahl der richtigen Gehölze an. Symbolbild: distelAPPArath/Pixabay

Die Sturmtiefs Ylenia und Zeynep sorgten in den vergangenen Tagen unter anderem für Chaos im Bahnverkehr mit vielen Zugausfällen. Solche Betriebsstörungen ließen sich laut Bdb vermeiden – wenn rund um die Gleise die richtigen Gehölze verwendet werden.

Zwei schwere Sturmtiefs binnen weniger Tage

Mit Ylenia und Zeynep zogen binnen weniger Tage gleich zwei schwere Sturmtiefs über Deutschland hinweg. Den Anfang machte der Orkan Ylenia, der am 17. Februar mit Windgeschwindigkeiten von durchschnittlich 120 Stundenkilometern über die Bundesrepublik fegte und unter anderem zahlreiche Bäume umstürzen ließ. Die Sturmschäden führten Medienberichten zufolge zu teils massiven Störungen des Zugverkehrs – in Norddeutschland etwa stellte die Deutsche Bahn den Fernverkehr aus Sicherheitsgründen ein, einzelne Fernverbindungen waren demnach auch im Süden betroffen. Im Regional- und Nahverkehr kam es aufgrund des heftigen Sturms ebenfalls zu Verspätungen und Zugausfällen.

Bahnverkehr in Teilen Deutschlands eingestellt

Einen Tag später folgte mit Zeynep der zweite Orkan, der noch heftiger war als Ylenia. Bevor Zeynep Deutschland erreichte, hatte der Sturm laut Medienberichten bereits in Großbritannien schwere Schäden angerichtet – auf der Isle of Wight wurde demnach mit rund 196 Kilometern pro Stunde die höchste je in England gemessene Windgeschwindigkeit registriert, und auch hierzulande warnte der Deutsche Wetterdienst vor extremen Sturmböen. Die Deutsche Bahn stellte daraufhin ihren Fern- und Regionalverkehr in ganz Norddeutschland ein, Teile Nordrhein-Westfalens waren von dem Stopp ebenfalls betroffen, wie ein Sprecher der Bahn gegenüber tagesschau24 erklärte. Auch die Metronom Eisenbahngesellschaft stellte auf mehreren Regionalstrecken ihren Betrieb ein.

Wie die Tagesschau am 21. Februar berichtete, waren rund 2.000 Einsatzkräfte allein damit beschäftigt, umgestürzte Bäume zu beseitigen und beschädigte Oberleitungen zu reparieren. Behindert wurden die Aufräumarbeiten demnach durch die widrigen Witterungsbedingungen, eine sichere Prognose, wie lange die Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs andauern würden, konnte nicht abgegeben werden – unter anderem, weil in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar mit Antonia bereits das nächste Sturmtief kam. Insgesamt habe Antonia jedoch weniger Schäden als befürchtet hinterlassen, heißt es bei der Tagesschau.

BdB: richtiges Gehölzsortiment gewährleistet Verkehrssicherheit

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) nahm die jüngsten Sturmschäden zum Anlass, um im Hinblick auf die Verkehrssicherheit auf die zwingend notwendige Wahl der richtigen Gehölze rund um den Gleiskörper hinzuweisen. „Wenn die Bahn als Transportmittel auch in außergewöhnlichen Wetterlagen zuverlässig funktionieren soll, dann muss auf den Gehölzbestand rund um die Strecken großes Augenmerk gelegt werden“, so BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl. „Dabei geht es nicht um einen Kahlschlag der Bäume, aber um die Verwendung eines Gehölzsortiments, das die Verkehrssicherheit ebenso gewährleistet wie die biologische Vielfalt.“

Gehölzliste in Kooperation mit Deutscher Bahn entstanden

In Kooperation mit einer internen Arbeitsgruppe der Deutschen Bahn hatte der Bund deutscher Baumschulennach eigenen Angaben bereits 2018 eine Liste mit empfohlenen Gehölzen für Bahnstrecken erstellt. „Es ging in der Zusammenarbeit um die Verwirklichung eines V-Profils an den Bahnstrecken. Kleinwüchsige Sträucher direkt am Gleis und größere Gehölze mit zunehmendem Abstand zum Gleiskörper waren bei der Lösung dieser Aufgabenstellung oberste Prämisse“, führt Guhl dazu aus.  Angesichts der ständigen Sturmschäden durch Bäume scheint die Umsetzung aber kaum voranzukommen, so die Auffassung des Baumschulverbands. „Dabei ist uns auch bewusst, dass gerade bei Bestandsstrecken nicht immer die Bahn die Eigentümerin der angrenzenden Flächen ist. Im Sinne der Verkehrssicherheit sollte dann aber der Gesetzgeber einschreiten und zum Beispiel Waldbesitzern das Anlegen eines sogenannten Waldsaumes an Bahnstrecken vorschreiben. Das wäre auch mit großem ökologischem Nutzen verbunden. Denn der Waldsaum ist ein besonderer Ort der Artenvielfalt“, wie Guhl betont.