Sturmtief Emmelinde hinterlässt zum Teil massive Schäden

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Ein Bild der Zerstörung: das Gartencenter Brixius im Paderborner Gewerbegebiet Dören. Foto: Jens Reddeker/Neue Westfälische

Am 20. Mai zogen mit Sturmtief Emmelinde massive Unwetter über das Bundesgebiet hinweg. Besonders betroffen war der Osten Nordrhein-Westfalens, wo gleich mehrere Tornados für schwere Schäden sorgten. Zerstört wurde unter anderem ein Gartencenter in Paderborn.

Paderborner Gartencenter liegt nach Tornado in Trümmern

Vom Tornado regelrecht verwüstet wurde das im Paderborner Gewerbegebiet Dören gelegene Gartencenter Brixius, berichtet die Neue Westfälische. Glasfassade und -dach des familiengeführten Betriebs wurden demnach Opfer des Sturms, nahezu alle Glasscheiben des seit 40 Jahren bestehenden Gartencenters sind zerbrochen. Vor dem Grundstück liegen dem Bericht zufolge Einkaufswagen und Photovoltaikmodule, die vom Tornado durch die Luft gewirbelt wurden.

Als der Sturm am vergangenen Freitag (20. Mai) das Paderborner Gewerbegebiet überquerte, habe sich ein Kunde in dem Geschäft befunden, schreibt die Neue Westfälische. Die Chefin des Gartencenters habe sich unter einem Tisch verkrochen, alle Personen sind dem Bericht zufolge glücklicherweise unverletzt geblieben. Das Gebäude jedoch habe nach den verheerenden zwei Minuten, in denen der Tornado in Paderborn wütete, in Trümmern gelegen.

Seit Freitagabend seien die Geschäftsinhaber nun damit beschäftigt, in ihrem Gartencenter die Spuren des schweren Unwetters zu beseitigen. Sie fegen, räumen auf, sortieren Schutt und Müll, schreibt die Neue Westfälische. Wichtigster Ansprechpartner der Familie sei nun die Versicherung, denn das Geschäft, das die Existenz der Familie bildet, soll baldmöglichst wieder öffnen.

Unwetterbilanz der Gartenbau-Versicherung fällt moderat aus

Im Gartenbau insgesamt sei das Schadenausmaß dagegen moderat, berichtet die Gartenbau-Versicherung gegenüber der TASPO. Demnach seien bislang etwa 20 Meldungen bei der Versicherung eingegangen, darunter von zwei Gartenbau-Betrieben im Raum Koblenz, bei denen durch Hagel mehrere Hundert Scheiben zu Bruch gingen. Mehrere Sturmschäden habe es darüber hinaus in Betrieben am Niederrhein gegeben, sämtliche Schäden würden derzeit vor Ort von den Außenmitarbeitern der Gartenbau-Versicherung aufgenommen.

„Im Gegensatz zu den schweren Sturmtiefs im Februar, die auf breiter Fläche für sehr viele Schäden sorgten, waren die Extremwetter-Ereignisse am Wochenende lokal stark begrenzt. Das heißt, es gab zwar einzelne Orte, die schwer von tornadoartigen Stürmen oder Hagel getroffen wurden, aber dort befanden sich nur wenige oder keine Gartenbau-Betriebe“, so das Resümee der Gartenbau-Versicherung zu Sturmtief Emmelinde.

Vereinigte Hagel meldet Schäden durch Starkregen und Sturm

Insgesamt 12.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche wurden bei dem Unwetter teils schwer geschädigt, bilanziert die Vereinigte Hagel das Sturmtief, das vor allem in einem Streifen von der Köln-Aachener Bucht über Koblenz und Neuwied, in der Pfalz und bis nach Mannheim gewütet habe. Als weitere Schadenschwerpunkte nennt die Vereinigte Hagel den Großraum Heilbronn, das nördliche Franken sowie die Hallertau.

Betroffen waren demzufolge nahezu sämtliche Kulturen vom Gemüse über den klassischen Ackerbau bis hin zu Hopfenpflanzungen in der Holledau. In den allermeisten Fällen seien die Schäden durch Hagel verursacht worden, knapp 1.000 Hektar wurden jedoch durch Starkregen, einzelne Flächen zusätzlich auch durch Sturm in Mitleidenschaft gezogen. Aus Neuwied seien Hagelschlossen in der Größe von Golfbällen gemeldet worden, so die Vereinigte Hagel. Die Sachverständigen der Versicherung hätten in den kommenden Tagen insgesamt rund 5.000 einzelne Feldstücke zu begutachten, heißt es.