Grüne Branche

Substrate: Firmen wollen nachhaltiger produzieren

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Die deutsche Substratindustrie beschäftigt sich intensiv mit den Möglichkeiten der nachhaltigen Substratherstellung. Bereits vor einigen Jahren haben die Unternehmen damit begonnen, individuelle Carbon-Footprints für ihre Produkte zu erstellen, erklärt der Industrieverband Garten (IVG) auf Nachfrage der TASPO.

In Deutschland und den Niederlanden sind Substratproduzenten auf dem Weg zum Carbon-Footprint. Foto: Horticoop

In diesem Jahr hat sich die Substratbranche für ein gemeinsames Vorgehen entschieden: Der IVG hat eine Life-Cycle-Analysis-Studie (LCA) für Substratausgangsstoffe in Auftrag gegeben.

Bewertungskriterien für die Analyse der Substrate

Auf Basis international anerkannter Datenbanken und ohne Einbezug firmenspezifischer Berechnungen werden die Substrate nach den Bewertungskriterien Treibhausgaspotenzial, Humantoxizität, Wasserverbrauch, Verbrauch fossiler Rohstoffe, Feinstaub, terrestrische Ökotoxizität, Frischwasser-Ökotoxizität und natürliche Landumwandlung analysiert.

Ziel ist die einheitliche Bewertung auf Grundlage derselben Prüfungskriterien, um auch dem Verbraucher einen neutralen Vergleich zu ermöglichen. Erste Ergebnisse sollen laut IVG im Laufe des Jahres vorliegen. Einen Mittelwert wird es im Rahmen der LCA-Studie nicht geben. Der Industrieverband Garten verzichtet bewusst auf die Bewertung und Gewichtung der einzelnen Faktoren. Hintergrund sind die unterschiedlichen Schwerpunkte bei den individuellen Nachhaltigkeitsstrategien der IVG-Mitgliedsfirmen.

Ein Mittelwert wie etwa der von der niederländischen Organisation Benefits of Nature gewählte MKI (Milieu Kosten Indicator) ermögliche zwar eine vereinfachte Vergleichbarkeit, sorge aber dafür, dass inhaltliche Tendenzen verstärkt oder auch relativiert werden – je nachdem, mit welchem Schwerpunkt die Gewichtung der Einzelfaktoren erfolgte, so der IVG.

Horticoop prüft Nachhaltigkeit der Substrate seiner Hersteller

In den Niederlanden verschafft sich aktuell Horticoop, einer der größten Gartenbau-Zulieferer des Königreichs, zusammen mit Benefits of Nature im Rahmen des Projektes DANS (Duurzaam Aangetoond Natuurlijk Substraat, nachgewiesen nachhaltiges natürliches Substrat) einen quantitativen Überblick über die Nachhaltigkeit der Substrate von eigenen Substratherstellern. Das sei auch ein erster wichtiger Schritt, um den ökologischen Fußabdruck des hergestellten Substrats zu verringern.

Benefits of Nature hat diese Daten zu einer Ökobilanz, im Englischen Life Cycle Assessment, verarbeitet. Diese Ökobilanz enthält mehrere Parameter zur Nachhaltigkeitsbewertung. Neben den Kohlendioxidemissionen geht es auch um den Wasserverbrauch, die Beeinträchtigung der Ozonschicht und den Energieverbrauch.

MKI verringert sich bei Wechsel von torfreichem zu torffreiem Substrat

Um aufgrund der unterschiedlichen Parameter einen konkreten Vergleich zwischen zwei Produkten zu ermöglichen, hat Benefits of Nature den Umweltkosten-Indikator MKI als Standardwert gewählt, als Referenz dient ein Substrat zum Calluna-Anbau. Beim Wechsel von einem torfreichen zu einem torffreien Substrat, das aus 100 Prozent europäischen Rohstoffen besteht, verringert sich der MKI um 50 bis 70 Prozent aufgrund der stark verringerten Kohlendioxid-Emissionen.

Horticoop ist nach eigenen Angaben in der Lage, den MKI für alle Substrate festzustellen, die aus der Fabrik von Slingerland Potgrond und Lentse Potgrond stammen. In der nächsten Zeit wird Horticoop prüfen, welche Möglichkeiten es zur Verringerung des MKI gibt.