Grüne Branche

Tarifabschluss im GaLaBau: „Belastungsgrenze der Firmen erreicht“

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Über ein merkliches Einkommensplus dürfen sich die rund 120.000 Beschäftigten im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau freuen. Mit dem gestern von IG BAU und BGL erzielten Tarifabschluss steigen die Löhne und Gehälter zum 1. August und dann nochmals im Juli kommenden Jahres.

Rund 120.000 Beschäftigte gibt es derzeit im Garten- und Landschaftsbau, die sich durch den neuen Tarifvertrag ab August über mehr Geld freuen dürfen. Foto: BGL

Löhne und Gehälter im GaLaBau steigen um insgesamt 5,75 Prozent

In der ersten Stufe erhalten die Landschaftsgärtner im Bundesgebiet drei Prozent mehr Geld, ab 1. Juli 2020 kommen noch einmal 2,75 Prozent hinzu. Darüber hinaus bekommen an den Tarifvertrag angeschlossene Beschäftigte in den sogenannten „neuen“ Bundesländern in beiden Stufen zusätzlich jeweils weitere 0,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, „womit die Angleichung Ost an West 99 Prozent beträgt“, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) dazu mitteilt. Für Berlin bleibt die Sonderregelung bei den Löhnen erhalten.

Überproportional angehoben wird laut dem jüngsten Tarifabschluss die Bezahlung der Lohngruppe 7.6, unter die per Definition einfachste, schematische Arbeiten im Garten- und Landschaftsbau fallen – zum 1. August steigt der Stundenlohn auf 10,70 Euro und zum 1. Juli 2020 auf 10,90 Euro.

BGL: Tarifabschluss bringt Planungssicherheit für Betriebe

Mit diesem Verhandlungsergebnis sei für aus Arbeitgebersicht „die Belastungsgrenze der Firmen erreicht“, wie Uwe Keller-Tersch als Verhandlungsführer des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und Vorsitzender des Tarifausschusses erklärt. „Trotz der guten Umsätze im GaLaBau erwirtschaften noch immer nicht alle Betriebe im Garten- und Landschaftsbau die notwendigen Renditen. Nichtsdestotrotz haben wir jetzt für 23 Monate Planungssicherheit für die Betriebe erzielen können.“

Ebenfalls höhere Vergütungen sieht der gestern geschlossene Tarifvertrag für die Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau vor. So bekommen angehende Landschaftsgärtner ab 1. August 35 Euro mehr pro Monat und ab 1. Juli 2020 nochmals 40 Euro. Laut BGL verdienen Azubis damit ab 1. Juli 2020 im ersten Ausbildungsjahr 900 Euro, im zweiten 1.000 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1.100 Euro.

„GaLaBau-Branche wird von dieser Regelung sehr profitieren“

„Damit ermöglichen wird den GaLaBau-Betrieben in Zeiten des Fachkräftemangels qualifizierte und motivierte Auszubildende zu beschäftigen und gleichzeitig bieten wir den jungen Menschen eine starke berufliche Perspektive. Wir sind überzeugt, dass die GaLaBau-Branche von dieser Regelung sehr profitieren wird“, so Keller-Tersch. Weitere Beratungen seien hingegen bei der Höhe der Überstundenregelung für volljährige Azubis nötig.

Zufrieden mit dem neuen Tarifvertrag, der eine Laufzeit von 23 Monaten hat, zeigt sich „nach schwierigen und intensiv geführten Verhandlungen“ auch die Arbeitnehmerseite. Wie der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU, Dietmar Schäfers, erklärt, habe man mit dem nun vorliegenden Ergebnis die Attraktivität der Branche gesteigert. „Besonders freut es mich, dass die Ost-West-Angleichung fast vollzogen werden konnte. Nach 30 Jahren Wiedervereinigung wurde das auch endlich Zeit.“