Grüne Branche

Stiftung Warentest: Zehn Blumenerden schnitten gut ab

Überwiegend gute Noten erreichten Blumenerden bei einer Prüfung durch die Stiftung Warentest. Untersucht wurden 19 Substrate. Sie waren von den Testern größtenteils im Zeitraum von April bis Juni 2013 dreimal eingekauft worden (Nachkäufe bis September 2013). 

„Kölle‘s Beste Pflanzerde“ konnte die Tester an meisten überzeugen und erhielt das Qualitätsurteil „sehr gut“. Werkfoto

Einmal „sehr gut“, achtmal „gut“, fünfmal „befriedigend“ – so lautete die Gesamtnotenverteilung (Qualitätsurteil) bei 14 Blumenerden in der Kategorie „Mit Torf“. Bei fünf „Blumenerden ohne Torf“ erreichten zwei Marken die Gesamtnote „gut“ (Compo Bio Universal-Erde mit Note 1,6 und NeudoHum-Blumenerde mit Note 2,4). Eine der torffreien Erden – Obi/Living Garden – fiel durch und erhielt die Note „mangelhaft“, wobei die entsprechenden Chargen offenbar vor allem beim Blick auf die Hauptnährstoffe nicht den Anforderungen genügten.

Für zwei weitere torffreie Erden gab es die Gesamtnote „ausreichend“. Diese beiden Erden sind laut Angabe der Hersteller mittlerweile jedoch mit neuer Rezeptur, in einem Fall außerdem mit neuer Bezeichnung im Handel.

Testsiegerin mit Qualitätsurteil „sehr gut“ wurde „Kölle‘s Beste Pflanzerde“. Ihre Hauptbestandteile sind Torf (75 bis 85 Volumen-Prozent), Kokosfaser (acht bis zehn Prozent) und Ton (acht bis zwölf Prozent). In fast allen Kategorien des Tests erreichte diese Erde sehr gute Bewertungen.

Die Gartencenter-Gruppe Kölle stellte in einer Pressemitteilung heraus, die Kombination ausgesuchter Torfe und Tonmineralien verleihe „Kölle‘s Beste Pflanzerde“ ausgezeichnete Wasserhaltekraft und hohe Nährstoffspeicherfähigkeit. Die Kokosfasern führen zu guter Durchlüftung und Lockerung. Die Erde habe eine gießfeste Struktur. Die Torfe für diese Erde würden ausschließlich aus Deutschland bezogen und die Torfgewinnung finde unter streng behördlichen Auflagen statt. Diese Erde werde regelmäßig in der eigenen Gärtnerei von Kölle getestet. „Kölle‘s Beste Pflanzerde“ sei spätestens sechs Wochen nach der Abfüllung in den Kölle-Filialen erhältlich und werde – sofern noch nicht verkauft – nach sechs bis acht Monaten aus dem Verkauf genommen.

Fast ebenso gut schnitt bei Stiftung Warentest die deutlich teurere „Compo Sana Qualitäts-Blumenerde“ ab. Mit Note 1,6 verpasste sie nur knapp die Bestbewertung. Außer für Compo Sana gab es auch für folgende torfhaltigen Blumenerden die Gesamtnote „gut“: Grünland Blumenerde (ASB), Blumenerde in Gärtnerqualität (Dehner), Frux Qualitäts-Blumenerde (Einheitserde und Humuswerke Gebrüder Patzer), Blumenerde (Rewe), Blumenerde (Floragard), Blumenerde (Toom), Gartenkrone Blumenerde (Hagebaumarkt).

Die Gesamtnote setzte sich bei dieser Prüfung aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Wachstumsförderung (50 Prozent),
  • Struktur der betreffenden Blumenerde (20 Prozent),
  • Unkrautfreiheit (15 Prozent),
  • Füllmenge (zehn Prozent),
  • Deklaration Inhaltsstoffe (fünf Prozent).

Die Wachstumsförderung als wichtigstes Kriterium wurde anhand folgender Details bewertet: Pflanzenwachstumstest mit Chinakohl-Keimpflanzentest angelehnt an VDLUFA, pH-Wert, Hauptnährstoffe N/P/K, Spurenelemente, Salz-, Natrium- und Chloridgehalt. Bei Ermittlung der Blumenerde-Struktur wurden Wasser- und Luftkapazität sowie die Beständigkeit gegen Schrumpfung ermittelt, angelehnt an DIN EN 13041.

Dass bei der Deklaration der Inhaltsstoffe oft Unstimmigkeiten entstehen, wurde in dem Artikel der Zeitschrift von Stiftung Warentest angemerkt. Immerhin neun der 19 Erden erhielten in dieser Kategorie nur die Note „ausreichend“. Andererseits wurde fünf Erden, darunter der Testsiegerin, bescheinigt, dass die Inhaltsstoffe sehr gut deklariert seien.

Die Compo Bio Universal-Erde als die am besten bewertete torffreie Blumenerde verfehlte nur knapp das Gesamturteil „sehr gut“. Sie setzt sich aus Rindenhumus (40 bis 60 Prozent), Holzfaser/Holzhäcksel (15 bis 25 Prozent), Kokos (zehn bis 20 Prozent), Grüngutkompost (zehn bis 20 Prozent) zusammen. Wie die Stiftung Warentest im Artikel über diese Blumenerde-Prüfung (Zeitschrift Test, Mai 2014) ebenfalls erwähnt, sind torffreie Erden schwieriger als die torfhaltigen Erden herzustellen. Beispielsweise sei es bei den torffreien Erden aufwendiger, den pH-Wert einzustellen. Ein generell mit Zielrichtung Handel angesprochener Kritikpunkt betraf die Lagerung der Blumenerden. Oft erfolge diese im Freien und die Erden seien dann zu nass.

Die Preise bei den torffreien Erden – jeweils für 20 Liter – reichten von fünf Euro (Hellweg/Plantiflor Blumenerde torffrei) bis zu zehn Euro (Compo Bio Universal-Erde). Bei den torfhaltigen Erden variierten die 20-Liter-Preise von unter zwei Euro bis hin zu sieben Euro, wobei Compo Sana Qualitäts-Blumenerde am teuersten war und die Testsiegerin (Kölle‘s Beste Pflanz-Erde) mit 3,80 Euro im mittleren Preissegment angesiedelt war. (eh)