Grüne Branche

TASPO dossier: Der Gartenbau – zu risikoreich?

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Äußerst provokant wird es in unserem neuen TASPO dossier. Denn das stellt angesichts immer weiter zunehmender Gefahren wie Wetterunbilden, Schädlingen, Seuchen, Handels-, Kunden- und innerbetrieblichen Anforderungen sowie dem neuen Thema Cyber-Kriminalität die Frage: „Ist der Gartenbau mittlerweile zu risikoreich?“

Extreme Wetterereignisse wie Hagel, Überschwemmung, Hitze, Dürre oder Sturm können zu Totalschäden an Kulturen führen. Sie sind aber nur eines der Risiken, mit denen der Gartenbau konfrontiert wird. Foto: Gartenbau-Versicherung

Besseres Risikomanagement – erst einmal Pustekuchen?

„Und wenn man nicht mehr weiter weiß, bildet man einen Arbeitskreis ...“ Nach diesem Motto scheint die Agrarministerkonferenz gehandelt zu haben, als sie jetzt zum Thema Risikoabsicherung im Gartenbau lediglich eine Studie statt konkreter Maßnahmen in Auftrag gab.

Damit prognostizieren Verbandsvertreter wie der Geschäftsführer des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG), Dr. Hans-Dieter Stallknecht, vermutlich zu Recht, dass es ein besseres Risikomanagement, insbesondere im Sonderkulturbereich, in naher Zukunft nicht geben wird, und konkrete Maßnahmen in den nächsten Jahren nicht zu erwarten sind. Fonds, Verbesserungen im Steuerrecht, mehr Unterstützung bei Mehrgefahrenversicherungen – erst einmal Pustekuchen?

Gartenbau muss sich (vorerst) selbst absichern

Aber ist es überhaupt Aufgabe des Staats, eigenständige Unternehmer gegen steigende Wetterrisiken oder invasive und neue Schädlingsvorkommen abzusichern? Oder war das eigentlich schon immer das Risiko des Gartenbaus, mit dem er auch in Zukunft selbst klarkommen muss, wie es ein Unternehmer im brandaktuellen TASPO dossier IV/18 beschreibt? Die Meinungen sind da äußerst geteilt, wie Sie darin lesen werden.

In jedem Fall bleibt den Unternehmen im Moment weiterhin nur, sich selbst möglichst umfangreich gegen alle Gegenwinde seines Erfolgs abzusichern. Wie das gut funktioniert, zeigt der Inhaber eines Gartenbau-Betriebs im neuen TASPO dossier. Dem machen weit weniger die bekannten großen Unbilden wie Wetter und Schädlinge Sorgen, sondern eher Abhängigkeiten von Abnehmern und Zahlungsmoral.

Versicherungen sogar gegen Cyber-Klau

Ein großes Thema in Sachen Risiko, das mit großer Macht auf alle zurollt, ist die Sicherheit der immer weiter wachsenden Datenmengen, von denen Unternehmen mittlerweile abhängig sind. Deren Verlust könnte künftig fast genauso schmerzen wie ein Betriebsbrand oder Hochwasser. Aber auch gegen Cyber-Klau gibt es bereits die ersten Versicherungsprodukte.

Es gibt also eine ganze Reihe an Wegen, den Betrieben wieder mehr Sicherheit zu geben – von neuen Betriebs- und Versicherungsformen über Fonds bis hin zu steuerfreien Rücklagen, die Experten im neuen TASPO dossier vorschlagen. Doch selbst, wenn staatliche Unterstützung durchaus willkommen ist: Um das eigene Risikomanagement kommt kein Betrieb drum herum.

Das TASPO dossier IV/18 „Der Gartenbau – mittlerweile zu risikoreich?“ erscheint am 23. November als Verlagsbeilage zusammen mit der TASPO 47/2018.