Grüne Branche

TASPO-Finalist Treml: Raritäten als Geschäftsmodell

Aus allen Kontinenten stehen 3.000 Pflanzenarten und -sorten in einer kleinen, nur einen Hektar großen Gärtnerei im niederbayerischen Arnbruck. Inhaber Franz-Xaver Treml setzt nicht auf Masse, sondern auf Klasse, und das Firmenschild verrät sofort, worum es geht: „Geheimnisse im Kräutergarten – Raritätengärtnerei“ ist am Eingang zu lesen. Die Mannschaft besteht nur aus drei Leuten. Doch ist der Betrieb inzwischen so bekannt, dass Heilpflanzen-Liebhaber und Kräuter-Kenner bis aus Wien und Klagenfurt nach Arnbruck pilgern, nur um den Inhaber der Treml-Gärtnerei zu treffen.

Vielen ist er aus Funk und Fernsehen bekannt, durch seine Bücher, Vorträge oder Kräuterführungen. Ärztehäuser gehören zu seinen treuen Kunden, weil in der Gärtnerei viele aus der Pflanzenheilkunde bekannte Sorten stehen. Wer das Büro des 63-Jährigen betritt, erinnert sich an eine Gelehrten-Stube: Bücher bis hoch an die Decke, ein Schreibtisch voll mit Papieren, überall Ordner und Fachmagazine, und dazwischen ein fast fertiges Buch-Manuskript. Vier Bücher und eine Broschüre zum Thema Kräuter hat er selbst verfasst. Nun sitzt er über dem fünften Buch, das von Gemüsearten handelt.

In den Tunnelhäusern stehen auf 2.000 Quadratmetern fast ausschließlich „sinnvolle Pflanzen“, wie Treml es nennt – und das ist für ihn alles, was duftet, heilt oder würzt: unter anderem 300 verschiedene Sorten Minze, 200 Sorten Duftpelargonien, 110 Sorten Thymian und Bohnenkraut, 180 Sorten Salbei, 70 Sorten Allium, 70 Sorten Thymian, 60 Sorten Rosmarin. Diese Vielfalt ist eine Herausforderung – insbesondere dann, wenn man biologisch arbeitet und auch schwierige Pflanzen selbst vermehrt und dazu eigene Mutterpflanzen verwendet.

Seit 2007 ist die Gärtnerei zertifizierter Biobetrieb mit EU-Siegel. Das bedeutet laut Treml nicht nur kein Gift, sondern „mehr Räder, die greifen“. Beispielsweise natürlicher Pflanzenschutz: Lavendel und Duftgeranien helfen gegen Läuse und Weiße Fliege. Exemplare von Solandra maxima ziehen im Gewächshaus Läuse an und halten sie folglich von anderen Kulturen fern. Steinmehl im Substrat beugt Wurzelläusen vor, und die richtige Beet-Umrandung hemmt das Wachstum von Unkraut.

Erfahren Sie mehr über die wundersame Raritätengärtnerei in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 43/2012. (gd/ts)