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TASPO Online Blaulicht-Report: Blumen-Brummi brennt, mörderische Floristin

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Mit den giftigen Samen des Zerberusbaums wollte eine Floristin aus Ostholstein ihren Ehemann ins Jenseits befördern. Auf der A3 rammte ein mit Blumen beladener Lkw die Mittelleitplanke und geriet in Brand. Und durch einen Brandanschlag auf das Grab von Fürst Pückler im Schlosspark Branitz wurde die komplette Bepflanzung zerstört.

In Ostholstein musste die Polizei eine Floristin wegen Mordverdachts festnehmen, in Cottbus-Branitz ermitteln die Beamten wegen Brandstiftung. Foto: Pixabay

Brandanschlag auf Fürst Pücklers Seepyramide

Sie ist eines der Wahrzeichen von Cottbus und die letzte Ruhestätte von Hermann Fürst von Pückler-Muskau: die Seepyramide im Park von Schloss Branitz. Am vergangenen Freitag allerdings beschädigte ein Feuer das bedeutende Kulturdenkmal und zerstörte große Teile der Vegetation mit wildem Wein und Gräsern.

Als Ursache vermuten die ermittelnden Polizeibeamten Medienberichten zufolge Brandstiftung, Strafanzeige gegen Unbekannt wurde bereits erstattet. Ob die im Erdreich verbliebenen Wurzeln der Pyramiden-Pflanzen im Frühjahr wieder voll durchtreiben werden, ist derzeit noch unklar. Entsprechend lasse sich auch die Schadenshöhe noch nicht genau beziffern.

Der von Fürst Pückler gestaltete, rund 600 Hektar große Park von Schloss Branitz gilt als letzter großer Landschaftspark des 19. Jahrhunderts. Die inmitten des künstlich angelegten Sees gelegene Pyramide wurde aus dem Aushubmaterial modelliert und rundum begrünt. Sowohl Fürst Pückler als auch seine geschiedene Frau Lucie sind darin begraben.

Schwerer Unfall: Blumen-Transport fängt Feuer

Auf der A3 bei Bad Honnef verlor am Sonntagmorgen der Fahrer eines mit Blumen beladenen Lkw plötzlich die Kontrolle über sein Gefährt und krachte in die Beton-Mittelleitplanke. Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde dabei der Tank des Blumen-Lasters aufgerissen, und das Fahrzeug geriet in Brand. Fahrer und Beifahrer konnten sich Medienberichten zufolge mit einem Sprung aus dem Führerhaus retten, wurden dabei aber schwer verletzt und mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Einsatzkräfte konnten das Feuer zwar schnell löschen, dennoch brannte die Zugmaschine des Lkw komplett aus, und auch der Anhänger wurde durch die Flammen stark beschädigt. Zur Schadenshöhe liegen aktuell noch keine Angaben vor.

Floristin will Ehemann mit Pflanzensamen vergiften

Die Trockenfrüchte des Zerberusbaums (Cerbera odollam) finden unter anderem Verwendung als Deko-Element in floristischen Werkstücken. Eine Floristin aus Ostholstein allerdings nutzte die hochgiftigen Samen der auch als „Selbstmordbaum“ bekannten Pflanze, um sich ihres frischangetrauten Ehemanns zu entledigen.

Medienberichten zufolge hatte die 50-Jährige ihrem Gatten die gemahlenen Cerbera-Samen heimlich unters Essen gemischt, worauf dieser heftige Vergiftungssymptome wie Herzrasen, Durchfall, Erbrechen und Halluzinationen zeigte. Den Anschlag seiner Frau überlebte der Frührentner zum Glück.

Als Motiv vermuten die Ermittler Beziehungsprobleme. Angeblich hatte die Floristin einen Liebhaber, mit dem sie über eine beabsichtigte Trennung von ihrem Mann und ihre Angst vor zu hohen Scheidungskosten gesprochen haben soll. Ihr misstrauisch gewordener Ehemann wiederum soll kurz vor dem Giftanschlag auf dem Computer seiner Frau einen sogenannten „Keylogger“ installiert haben, um die Internet-Aktivitäten der Floristin zu überwachen.

Internet-Suche verrät Mordabsichten

Damit kam er seiner Angetrauten schließlich auf die Schliche, denn laut Medienberichten soll diese unter anderem nach „Cerbera odollam“ und „Giftstoffe im Körper nachweisen“ gegoogelt haben. Durch gezielte Laboruntersuchungen konnte schließlich auch das Gift in Urinproben des Mannes nachgewiesen werden.

Am vergangenen Freitag musste sich die Floristin für ihre Tat vor dem Landgericht Lübeck verantworten, das sie wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren Gefängnis verurteilte.