Grüne Branche

TASPO-Stiftung für junge Wissenschaftler

Auch in diesem Jahr vergibt die TASPO-Stiftung wieder den Preis "Junge Wissenschaft". Er ist mit 5.000 Euro dotiert und fördert junge Wissenschaftler und ihre Arbeit. Im Rahmen der feierlichen Gala zur Preisverleihung der TASPO Awards 2009 am 30. Oktober im Berliner Grand Hyatt wird dann die Förderzusage überreicht. Fortsetzen wird die TASPO-Stiftung bei ihrer Auswahl die bewährte Zusammenarbeit mit der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft. Das Stiftungs-Kuratorium entscheidet letztendlich unabhängig über die Vergabe der Mittel. Es ist nicht identisch mit der Jury der TASPO Awards.

Uns erreichten bis zum Einreichungsschluss am 19. Juni 2009 acht Anträge auf Förderung von Nachwuchs-Wissenschaftlern aus allen Bereichen des Gartenbaus. Um einen Eindruck zu vermitteln, wie vielfältig und tiefgründig sich die jungen Wissenschaftler um neue Erkenntnisse im Gartenbau engagieren, haben wir im Folgenden alle Einreichungen einmal zusammengestellt. Eine Übersicht der Einreicher und ihrer Projekte finden Sie auch auf der Internetseite: www.taspoawards.de.

1. "Pflanzen in Möbeln - ökophysiologische Reaktionen von Zierpflanzen in 'indoor planting designs". Im Zuge der Masterarbeit soll geklärt werden, wie sich die Voraussetzungen für eine Nutzung von Zierpflanzen in Innenräumen durch den gezielten Einsatz von Möbeln als Pflanzenstandort verbessern lassen. Daraus könnten neue Verwendungsmöglichkeiten für Zierpflanzen im Wohnbereich erwachsen und möglicherweise die Nachfrage nach Zierpflanzen angeregt werden.

2. "Plant Patents & Plant Variety Rights in the European Union and the United States: An economic approach". Die Dissertation will den ökonomischen Nutzen von Sortenschutzrechten in Europa und Patentrechten in den USA für vegetativ vermehrte Pflanzen analysieren. Dies geschieht in Form eines Rechtsvergleiches der unterschiedlichen Rechtssys-teme und einer ökonomischen Analyse derselben. Ziel ist, eine Empfehlung auszusprechen, wie das Recht zum Wohle der Allgemeinheit verändert werden könnte.

3. Agrobiodiversität nutzen - historische Salatsorten für den Erwerbsgartenbau. Alte Salatsorten eignen sich vor allem für den Anbau in direktvermarktenden Erwerbsgartenbaubetrieben oder im Kleingarten. Allerdings sind für den Erwerbsgartenbau fehlende Sortenbeschreibungen, -bewertungen und Kulturhinweise ein großes Anbauhemmnis. Ziel des Projektes ist es, für die verfügbaren historischen Salatsorten leicht verständliche und umfassende Sortenbeschreibungen zu erarbeiten.

4. Entwicklung eines zeitlich begrenzt wirksamen Depot-Düngers zur Aluminium-Versorgung von blau zu färbenden Hydrangea macrophylla während der Vorkultur im Freiland. Im Zeitraum von Mitte Mai bis Anfang Oktober stehen die Pflanzen im Freiland, üblicherweise auf nicht geschlossenen Kulturflächen. Gedüngt wird per Gießwagen. Dabei gelangt ein nicht unerheblicher Anteil an Aluminiumsulfat auf den Oberboden und kann ausgewaschen werden. Ziel der Diplomarbeit ist, einen spezifischen Aluminium-Depotdünger zu entwickeln, der Aluminium- und Sulfat-Ionen bedarfsgerecht und pflanzennah freisetzt.

5. Evaluierung von vorhandenen Erntevorhersagemodellen für Brokkoli in der Praxis. Zielsetzung dieser Masterarbeit ist, das vorhandene Ernteprognosemodell von Weigelt (2002) zu erweitern und zu verbessern. Als Endprodukt soll ein Vorhersagemodell entstehen, mit dem die täglich zu erwartende Erntemenge des Betriebes vorgeschätzt werden kann. Diese Schätzung ist wichtig, da es im Saisonverlauf in den Betrieben immer wieder zu Verzögerungen in der Entwicklung einzelner Sätze kommt. Überangebot und Mangelsituationen sollen sich so verringern lassen.

6. Technische Methoden der Prozessführung zur Optimierung von gesundheitsfördernden Pflanzeninhaltsstoffen. Zunehmend fordert der Verbraucher qualitativ hochwertige Lebensmittel, die zusätzliche gesundheitsfördernde Pflanzeninhaltsstoffe aufweisen. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die die Fähigkeit besitzen, freie Radikale im Körper zu binden und chronische Krankheiten zu reduzieren. Unter Stress steigt die Konzentration sekundärer Inhaltsstoffe in der Pflanze. Deshalb soll untersucht werden, wie verschiedene Pflanzenarten während der Kulturdauer und im Nachernteprozess mit unterschiedlichen Stromstärken behandelt werden, um die pflanzenphysiologischen Reaktionen zu untersuchen und den Sekundärmetabolismus anzuregen.

7. Vergleich verschiedener Methoden zur Qualitätsbeschreibung beim Apfel unter Berücksichtigung integrierter und biologischer Produktionsmethoden. Im Rahmen dieser Arbeit soll geklärt werden, ob die biologische und integrierte Produktionsweise Auswirkungen auf die Fruchtqualität von Äpfeln der Sorte 'Goldrush' hat. Entsprechend lauten die Fragestellungen: Wie ist die Fruchtqualität zum Erntezeitpunkt und im Laufe der Lagerperiode? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Qualitätsparameter bei biologischer und integrierter Produktionsmethode? Welche Methoden beschreibt die biologische Qualität am besten?

8. Nutzung eines assimilationsbasierten Modells zur Vorhersage der notwendigen Ausdünnintensität beim Apfel. Eine fachgerechte Ausdünnung ist für den Apfelproduzenten die zentrale Herausforderung, um jedes Jahr gleichmäßige Erträge zu sichern und hochwertige Früchte zu erzeugen. Dies wird in der Regel mit einer mechanischen und/oder chemischen Ausdünnung der Blüte bis hin zum Junifruchtfall erreicht. Es besteht aber eine große Unsicherheit bei den Anbauern, wie stark in einem Jahr tatsächlich ausgedünnt werden muss. Deshalb ist Ziel dieser Masterarbeit, eine Grundlage für ein entsprechendes, in der Beratung einzusetzendes Modell zu testen.