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TASPO Umfrage: Boom bei Sommerschnittblumen

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Der Absatz von Sommerschnittblumen aus dem Kalthaus und Freiland nimmt auf den deutschen Blumengroßmärkten weiter stetig zu. Eine Umfrage der TASPO bei den Mitgliedern der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte zeigt allerdings: Personalnot und Mindestlohn bremsen die Entwicklungen.

Auf den deutschen Blumengroßmärkten boomt der Sommerblumenschnitt aus eigener Produktion, so das Ergebnis einer aktuellen TASPO Umfrage. Foto: Rainer Fuhrmann/Fotolia

Wie die aktuelle TASPO Umfrage ergab, wächst das Segment Sommerschnitt deutlich spürbar seit drei Jahren. Hans-Georg Biller vom Blumengroßmarkt (BGM) Mannheim spricht mit Blick auf 2016 von „einem fantastischen Jahr“. Diese positiven Entwicklungen setzen sich in diesem Jahr weiter fort – wenn das Wetter mitspielt.

Bis zu 20 Prozent Umsatzplus beim Freiland-Sommerblumenschnitt

„2016 wurde von den Freiland-Schnitterzeugern mit bis zu 20 Prozent Umsatzplus abgeschlossen“, resümiert Reiner Wilk für den Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt (BZG) in Frankfurt am Main den Umsatzsprung im vergangenen Jahr.

„Gegenüber 2015 legte in 2016 der Sommerschnitt um zehn bis 15 Prozent zu“, bestätigt Raimund Korbmacher vom BGM in Köln die Entwicklung in Frankfurt, Mannheim und auf anderen Blumengroßmärkten wie Düsseldorf oder Hamburg. Wobei die Umsätze schon 2015 gegenüber 2014 stiegen, in Köln beispielsweise um gut „fünf Prozent“.

Sommerschnittblumen-Produktion personal- und kostenintensiv

Rund fünf Prozent Wachstum pro Jahr verzeichnen auch Adrian Hoffmeister und Ulrich Spilz, Sommerflor-Erzeuger aus dem Raum Stuttgart. „Einige unserer Erzeuger könnten deutlich mehr verkaufen, so manches Mal scheitert die Produktionsausweitung an nicht verfügbarem Personal und an den Lohnkosten“, erläutert Gert Hieber, Geschäftsführer auf dem BGM Stuttgart.

Auch Reiner Wilk spricht davon, dass „der Mindestlohn und die hohen Lohn-Nebenkosten es schwer machen, auch bei guten Umsätzen insgesamt auskömmliche Erträge zu erzielen“. Er verweist darauf, dass „die Produktion von Sommerflor sehr personal- und damit kostenintensiv ist, allein die Ernte der Blumen schlägt schon mit rund einem Drittel des Verkaufspreises zu Buche“.

Die positive Umsatzentwicklung bei Sommerschnittblumen hat sich ohne Zweifel in den vergangenen Jahren verstetigt. Auf der Gewinnerseite steht in diesem Fall der Blumenfacheinzelhandel, denn mit dem vielfältigen, oft kleinen Produktionsmengen in diesem Segment kann der auf Vereinheitlichung setzende Systemhandel wenig anfangen.

Fachhandel kann sich mit Sommerschnittblumen profilieren

Daher gilt: Mit Sommerschnittblumen können sich die Floristen profilieren, abgrenzen – und treffen dabei auf den Verbrauchertrend zur Wald-und-Wiesen-Optik. Dies zu vermitteln, war auch eines der Ziele einer Fachveranstaltung auf dem Blumengroßmarkt Stuttgart. Unter der Leitung von Gabriele Haufe stellten Absolventen der Meisterschule Stuttgart-Hohenheim gestalterische Ideen mit Sommerflor vor.

Mehr dazu sowie zum Boom bei Sommerschnittblumen lesen Sie in der TASPO 28/2017, die am 14. Juli erscheint.