Grüne Branche

TASPO Umfrage: Branche erwartet gutes Heidegeschäft

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Die Hitzeperioden im Sommer wurden gut überstanden, die Kulturbedingungen für Callunen & Co. waren zufriedenstellend, erwartet wird eine gute Herbstsaison – diesen optimistischen Blick ergab eine Umfrage bei Erzeugern und Großhändlern aus dem Umfeld der Vereinigung Deutscher Blumengroßmärkte.

Kofi-Agbeko „Arnold“ (l.) Gone und Enrico Papandreou, Mitarbeiter auf dem Blumengroßmarkt Hamburg, mit farbenprächtigen Heidepflanzen. Foto: Cordula Kropke/BGM Hamburg

Callunen einer der am stärksten verkauften Beet-Artikel

Allerdings hört man ebenfalls: „Gartencenter sprechen von rückläufigen Herbstbepflanzungen“ (Willi Bergers, Großhändler BGM Düsseldorf), „die Umsatzspitze ist erreicht“ (Erzeuger Christian Artz, BGM Köln und Dortmund), „das Friedhofsgeschäft ist im Herbst tendenziell rückläufig“ (Christian Klein, Großhändler BGM Stuttgart).

Solche Aussagen klingen nicht gerade euphorisch. Doch wenn gejammert wird, dann doch auf recht hohem Niveau. Das hat vor allem mit der Innovationsfreudigkeit in diesem Segment zu tun. „Jedes Jahr gibt es neue Produkte, attraktive Farbspiele“, erläutert Hans-Georg Biller, Geschäftsführer des BGM Mannheim. „Callunen sind bei uns einer, wenn nicht der am stärksten verkaufte Beet-Artikel“, schließt er an.

Siegeszug der Callunen geht zu Lasten von Erica gracilis

Der Siegeszug der Callunen ging auf allen Blumengroßmärkten zu Lasten von Erica gracilis. „Das Produkt ist fast vom Markt verschwunden“, meint Biller. „Auf dem Friedhof spielt Erica gracilis kaum mehr eine Rolle“, bestätigt Willi Bergers, der aber ebenfalls meint: „Callunen haben nicht alle Konkurrenzpflanzen an die Seite gedrückt. Sie wirken sogar, Beispiel Heuchera, belebend, da ja keine Monobepflanzungen nur aus Callunen gestaltet werden.“

Wie Tempo für Papiertaschentücher, gelten Callunen heute den Verbrauchern als ein Synonym für die Herbstbepflanzung. Das hat sicher auch etwas mit der Markenbildung zu tun, die in diesem Produktsegment außerordentlich intensiv ist. „Unabhängige Sorten spielen nur eine geringe Rolle“, meint Thomas Röschner, der in der Metropolregion Hamburg aktiv ist. „Lizenzfreie Sorten sind oft nicht so gut“, meint ebenfalls Christian Klein aus Stuttgart. Hier spielt dann wieder die Innovationsfreudigkeit eine Rolle, die hauptsächlich von den Markenprodukten „Garden Girls“ oder den „Beauty Ladies“ ausgeht.

Kunden ordern Heidepflanzen eher spontan

Die Vorbestellungen (etwa der Friedhofsgärtner) für die Saison waren recht zurückhaltend, was aber im Rahmen der Umfrage niemanden beunruhigte. „Die Kunden ordern eher spontan, üblich sind zwei Wochen Vorlauf“, meint Christian Klein stellvertretend für die anderen Umfragepartner. Christian Artz, der auch viel ins benachbarte Ausland verkauft, erklärt, dass die Nachfrage „aus Skandinavien stärker“ ist als in den vergangenen Jahren: „Die Ware könnte knapp werden“.

Einig sind sich die Befragten darin, dass für den Geschäftserfolg bei den Herbstbepflanzungen die Wetterabläufe in den kommenden Wochen die zentrale Rolle spielen. „Ein früher Frost und danach noch zwei, drei sonnige Herbstwochen – das wäre ideal“, erklärt Christian Klein.

Die komplette TASPO Umfrage zum diesjährigen Heidegeschäft lesen Sie in der TASPO 35/2019, die in unserem Online-Shop erhältlich ist.