Grüne Branche

TASPO-Umfrage: Saisonverlauf Beet und Balkon: „… sowohl als auch“

So vielversprechend hatte die diesjährige Beet- und Balkonpflanzensaison begonnen, und so schnell sank die Euphorie so manchen Gärtners wieder auf „Normalstand“. Den Aussagen von Leser Thomas Kottal sind wir mit einer spontanen Branchenumfrage bei Blumengroßmärkten, Verbänden und Produzenten nochmals nachgegangen. Wo der Einzelhandel trotz abnehmender Kauflust der Verbraucher noch immer „seinen Schnitt“ machte, kämpften die Produzenten in der Saison 2007 vielerorts an härteren Fronten. Wie Günter Kettermann, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes Dortmund, einschätzte, lief die Saison früh an, wobei die Ware zunächst auch gut abfloss. Den zeitig frei werdenden Platz auf den Kulturflächen nutzten die Gärtner, um einige Sätze nachzuschieben, auch im Hinblick auf eventuelle Minustemperaturen im Bereich der Eisheiligen. Doch die schlechte Witterung im Umfeld des Pfingstfestes brachte die Nachfrage zum Erliegen. „Das ist die Ware, die jetzt zum Teil vernichtet werden muss“, schätzt Kettermann die Lage ein. Aus seiner Sicht blieben die Preise 2007 auf Vorjahresniveau.

Ingesamt einen schlechteren Saisonverlauf als im Vorjahr sieht Wolfgang Richter, geschäftsführender Gesellschafter des Blumengroßmarktes München. Im süddeutschen Raum war der Saisonauftakt „heftig“, sagte er der TASPO. Das Frühjahrsgeschäft sei bereits gut gelaufen. Und bei günstigen Temperaturen Mitte/Ende April waren die Beet- und Balkonpflanzen mancherorts noch gar nicht verkaufsreif. Diese Situation änderte sich schlagartig, als im Mai das Gesamtpotenzial produzierter Ware auf den Markt strömte. „Unsere Preisgestaltung ist inzwischen nicht mehr unabhängig von den Versteigerungen“, sagt Richter. „Bereits am 3./4. Mai hatten wir die ersten ‘Angstverkäufe‘. Dies auch deshalb, weil Produzenten vom Niederrhein ihre überschüssige Ware nach Süden ‘drücken‘.“ Die Saison 2007 war aus Richters Sicht ein „reiner Preiskrieg“, in dem sich vor allem die Baumärkte als aggressive Treiber profilierten. Hinzu käme die verringerte Kauflust der Verbraucher. Im Preisniveau sei die Saison unter Vorjahresniveau geblieben, und auch die Mengen fanden nicht in vollem Umfang Absatz.

Im Norden Deutschlands beurteilt man die Situation etwas gelassener. Wie Klaus Bengtsson, Geschäftsführer des Blumengroßmarktes Hamburg, gegenüber der TASPO anmerkte, blieb der Saisonverlauf 2007 in etwa auf Vorjahresniveau. Insgesamt sei die Ware bis auf die Regenperioden im Mai relativ gleichmäßig abgeflossen, wobei der Saisonstart witterungsbedingt drei Wochen früher als normal, am 20. April, erfolgte. Dies gereichte den Betrieben zum Vorteil, die ihre Ware zu diesem Zeitpunkt fertig hatten. Derzeit gebe es in einigen Betrieben noch Restbestände der Beet- und Balkonware, was aber aus Sicht von Bengtsson Anfang Juni auch ganz normal ist.