Grüne Branche

TASPO-Umfrage: Wonach richtet die grüne Branche ihr Sortiment 2012 aus?

Wonach haben bundesdeutsche Betriebe der grünen Branche in diesem Jahr vor allem ihr Sortiment ausgerichtet? Das fragte die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) im Auftrag der TASPO mehr als 300 Betriebe. Die Ergebnisse zeigen dabei ganz deutlich, dass vor allem drei Faktoren die Planung von Produktion und Vermarktung bestimmen. 

Die Produktions- und Wirtschaftstendenzen im Zierpflanzenbau werden durch vielen Faktoren beeinflusst. Foto: © garteneidechse - Fotolia.com

Danach zeigt sich eines ganz deutlich: Vor allem die niedrigen Pflanzenpreise im Jahr 2011 (22 Prozent der Betriebe), der schleppende Abverkauf in der Vorsaison (19 Prozent) und das Ziel, Kosten einzusparen (19 Prozent) haben entscheidend die Produktions- und Vermarktungsplanung für 2012 bestimmt – mit tendenziellen Unterschieden zwischen den Betriebsarten.

So orientierte sich das Gros der indirekt absetzenden Topfpflanzenbetriebe vor allem daran, wo die Preise im Jahr 2011 besonders niedrig waren (27 Prozent dieser Betriebe). Gleiches gilt für die indirekt absetzenden Schnittblumenbetriebe und die Mischbetriebe. Für die Endverkaufsbetriebe waren dagegen vor allem der schleppende Abverkauf in der Vorsaison und das Bestreben, Kosten zu sparen (je 19 Prozent), die entscheidenden Kriterien für die Produktions- und Vermarktungsplanung.

Hinter den drei genannten Kriterien fiel der Einfluss der Vorgaben der Kunden und des Handels bei allen Betriebstypen ein deutliches Stück zurück (15 Prozent) – mit Ausnahme des Jungpflanzensektors: Für die Jungpflanzenbetriebe ist dieser Faktor mit 28 Prozent der Antworten bei der Planung naturgemäß ein entscheidender Faktor.

Andere Einflussfaktoren auf die Planung wiegen bei den Befragten noch weniger – und das bei allen Betriebstypen. Besonders überrascht es, wie wenig sich die Betriebe gerade von Angeboten neuer Sorten und neuer Vermarktungskonzepte in ihren Entscheidungen beeinflussen lassen – nur acht Prozent der Betriebe gaben deren Einfluss an. Gleiches gilt für den Faktor neue Kunden (sechs Prozent) und neue Vermarktungswege (fünf Prozent). Die Tendenzen passen aber zu der Aussage vieler Anbieter, dass der Gartenbau neue Konzepte mit Wohlwollen zur Kenntnis nimmt, es aber doch lange dauert, bis sich neue Ideen und Produkte auch in Bestellzahlen bemerkbar machen.

Was die Umfrage auch ganz deutlich zeigte, ist der Einfluss von Betriebsgröße und Standort. Größere Betriebe über 10.000 Quadratmeter richten ihre Produktions- und Vermarktungsplanung eher nach dem Preisgefüge des Vorjahres (26 Prozent) aus als kleinere Betriebe unter 3.000 Quadratmetern und zeigen sich für neue Vermarktungswege eher empfänglich. Endverkaufsbetriebe lassen sich eher durch neue Sorten und neue Vermarktungskonzepte beeinflussen als Produktionsbetriebe. Und – bemerkenswert – Betriebe im Osten lassen sich durch neue Sorten und Konzepte eher in ihrer Planung leiten als Betriebe in Nord, Süd und West.

Als sonstige Einflussfaktoren für ihre diesjährige Produktions- und Vermarktungsplanung nannten die Betriebe in erster Linie den schlechteren Absatz, die starke Wettbewerbssituation, Kundenrückgänge und gestiegene Kostensituation, auch produktionsbegründete Probleme. Positive, also absatzstimulierende Einflussfaktoren wie „eigene Marketing- und Absatzkonzepte“, „große Nachfrage nach Raritäten“, „neue Dienstleistungsangebote“, eine „verbesserte Absatzsituation“ oder „innovative Produkte für den Verbraucher“ wurden als Planungskriterien nur ganz vereinzelt aufgeführt. (kla)