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TASPO-Umfrage zum Gehölzabsatz: viele Baumschulen melden schleppende Geschäfte

Trotz gutem Wetter zu wenig Absatz: so fassen viele Baumschulen den Herbst 2014 in der großen TASPO-Umfrage in den BdB-Landesverbänden zusammen. „Schleppend, die Erwartungen wurden nicht erfüllt“ resümiert beispielsweise Weser-Ems in der Gesamtbewertung.

Breites Gehölzangebot in einer Baumschule. Foto: BdB

Schleswig-Holstein meldet: „Trotz optimaler Bedingungen bei der Witterung gab es einen schlechten, nicht ausreichenden Abfluss“. Und auch das Rheinland kommt zu einem wenig begeisterten Gesamturteil: „Die allgemeine Stimmung ist durchwachsen. Die Nachfrage war zu gering, Versandkapazitäten wurden nicht ganz ausgeschöpft.“

Finanznot der Kommunen und niedrige Preise für Gehölze
Mehr oder weniger ähnliche Ergebnisse melden weitere Landesverbände wie Bayern, die die Nachfrage im Herbst noch insgesamt befriedigend beurteilen, jedoch auf einem nach wie vor niedrigen Preisniveau. Der Landesverband Sachsen spricht von einem sehr ruhigen Herbstgeschäft.

In Sachsen-Anhalt vermerkt man besondere Probleme zum einen durch die Finanznot der Kommunen. Auf der anderen Seite nehme der Konkurrenzdruck der großen Baumschulen zu, durch Russlands Importsperre und die Krise im Land. Nur Hamburg wertet den Absatz auf angemessenem Niveau, doch die Preise seien noch immer unter Druck.

Dies ergab eine TASPO-Umfrage zum abgelaufenen Herbstgeschäft in verschiedenen Landesverbänden des Bundes deutscher Baumschulen (BdB). An unserer Umfrage haben sich diesmal die folgenden Landesverbände beteiligt: Baden, Bayern, Hamburg, Rheinland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Weser-Ems.

Absatz je nach Region unterschiedlich verteilt
In der aktuellen TASPO-Ausgabe 2/2015 schildern die Baumschulen ihr Geschäft des indirekten Absatzes, an GaLaBau und Kommunen oder den Großhandelsabsatz. Der ist je nach Region unterschiedlich verteilt. Große Anteile des indirekten Absatzes von 80 oder mehr Prozent haben Schleswig-Holstein und Weser-Ems sowie eine erhebliche Anzahl Baumschulen im Rheinland. Geringere Anteile an Baumschulen mit Großhandel verzeichnen Sachsen und Sachsen-Anhalt mit 30 bis 40 Prozent, manche auch darunter.

In der Gesamtbeurteilung nach Schulnoten für die abgesetzten Mengen im Herbst 2014 vergibt Weser-Ems eine Vier, Schleswig-Holstein und das Rheinland eine Drei bis Vier. Noch befriedigend urteilten Bayern und Sachsen, eine Vier gab Sachsen-Anhalt. Auch hier macht Hamburg die Ausnahme mit einer Zwei minus.

Stagnation auf niedrigem Niveau
Die erzielten Preise bei Weser-Ems und Sachsen konnten gerade so befriedigen. Schleswig-Holstein gibt eine Vier minus, Rheinland eine Drei bis Vier, Bayern und Hamburg Vier und Sachsen Anhalt eine Fünf. Verglichen mit dem Vorjahr sehen viele ein Stagnieren auf niedrigem Niveau wie Weser-Ems oder Sachsen-Anhalt.

Weitere Verschlechterungen bei den Preisen sieht man in Schleswig-Holstein durch den Verdrängungswettbewerb. Auch im Rheinland lagen die Preise unter Vorjahr, außer bei Obstgehölzen, da waren sie stabil. „Bei größeren Ausschreibungen sind die Preise eher noch schlechter als im Vorjahr“, urteilt Bayern. „Im kurzfristigen Geschäft lassen sich teilweise die notwendigen Preiserhöhungen realisieren“.

Sachsen sieht die Preise für Rosen ins Negative rutschen. Im Landesverband Hamburg verzeichnet man im Alleebaumbereich einen Preis, der weiter unter Druck steht. Bei knappen Artikeln dagegen bemerkt man eine leichte Entspannung. (fri)

Weitere Ergebnisse unserer Umfrage zum Gehölzabsatz, unter anderem zu den einzelnen Absatzkanälen und den Sortimenten, finden Sie in der aktuellen TASPO 2/2015 sowie in der nächsten TASPO-Ausgabe.