Grüne Branche

TASPOextra Weihnachtsbaum: Langesø mit Aussteller-Plus

Wer am 16. August zeitig bei der diesjährigen Fachmesse für Weihnachtsbäume und Schnittgrün in Langesø eintraf, hatte den Vorteil eines weitgehend trockenen Messerundgangs. Kurz nach Mittag setzte teils heftiger Regen ein. Dennoch war Hausherr Hans Berner zufrieden mit der Veranstaltung und der geschätzten Besucherzahl von nicht ganz 2.400. Berner geht davon aus, dass der kontinuierlich über die vergangenen Jahre gewachsene Anteil ausländischer Besucher dieses Mal mindestens gehalten wurde. 

Außerdem gab es 20 Aussteller mehr als 2011. Noch wäre auf dem aktuell vorhandenen Ausstellungsareal Platz für fünf bis maximal zehn weitere Aussteller, bei einem weiteren Anstieg müsste allerdings ein weiterer Weg angelegt werden. Positiv beurteilt Berner vom Gut Langesø, dass sich einige Aussteller auf einem Stand zusammengetan haben, um sich gegenseitig zu unterstützen. Børge Klemmensen (Levinsen & Abies, Slangerup), geht davon aus, dass es 2012 aus Georgien keine übermäßig große Ernte an Nordmanntannen-Saat geben wird, aber „wir kriegen, was wir brauchen.“

Zur Lagerung von 2012er Saatgut wird es vermutlich aber nicht kommen. Detaillierter: Sowohl in Ambrolauri (Tlugi und Nikortsminda) als auch in Borjomi (Machartskali) gibt es Zapfen, wegen Spätfrösten allerdings nicht im hoch gelegenen Borjomi (Tadzrici). Die besten Ernten werden in den Höhenlagen 1.300 bis 1.450 Meter erwartet, weniger unterhalb dieser Höhe. Gleiches kann für die russischen Herkünfte bei Asperonsk gesagt werden.

Für 2013 allerdings erwarten die Experten einen guten Zapfenbehang, denn die Knospen dafür sind bereits zahlreich angelegt, wie Ulrik Nyfold mit dänischen Zweigen belegt. Von dänischen Saatgutplantagen werden 2012 nennenswerte Zapfenmengen geerntet. Klemmensen nannte die Plantagen Langesø F 668, Berritzgård F 665 (Ambrolauri-Nachkommen), die staatlichen Plantagen Tversted, Silkeborg Nordskov, Skelhusmarken, Boller und Saltbjerg.

Das dänische Umweltministerium arbeitet seit 30 Jahren an einer kontinuierlichen genetischen Verbesserung der Nordmanntannen-Saat im Lande, unterstützt vom dänischen Forschungsinstitut für Forst- und Landschaft und dem dänischen Weihnachtsbaum-Verband.

Seit 2009 gibt es in Dänemark nennenswerte Mengen an Saatgut von den in früheren Jahren angepflanzten Waldbeständen (neun Flächen, zusammen 20,3 Hektar) und von den eigens angelegten Saatgutplantagen mit veredelten Bäumen ausgesuchter Herkünfte (acht Standorte, zusammen 31,2 Hektar), verteilt über mehrere Inseln. Seitdem stellt das Umweltministerium auf Langesø aus und wirbt für sein Saatgut. Durch intensive Selektionsarbeit wurde der ursprüngliche Waldbestand auf nur noch fünf Prozent der besten Zapfenträger ausgedünnt.

Selektiert wurde im Hinblick auf eine bessere Qualität (mehr Nachkommen in Original-Nordmann-Qualität) und der Nadelhaltefähigkeit nach der Ernte. Viele der Selektionen zeichnen sich auch durch ein leicht schnelleres Wachstum und etwas späteren Austrieb aus. Im Vergleich zu der aus Ambrolauri (Tlugi) stammenden Saat registrierten die Forstwissenschaftler bei den meisten Vorkommen Qualitätsverbesserungen zwischen ein bis drei beziehungsweise fünf bis sieben Prozent. Als besonders gut erwies sich die Saat aus der Samenplantage Silkeborg Nordskov mit Tversted-Material (Nord-Jütland, Borshomi-Ursprung) sowie die Plantagen Sønderskovgård und Skibelund mit Ambrolauri/Tlugi-Herkünften.

Die staatseigenen Wald- und Plantagenbäume liefern seit 2011 im Schnitt 4.000 Kilogramm Saat jährlich. Weil die Plantagenbäume noch relativ jung sind, erwartet die Behörde bis 2020 eine Erntemengen-Steigerung auf jährlich 7.000 Kilogramm. Pro Kilogramm rechnet man mit einer Ausbeute von 3.000 Jungpflanzen. Nach Auskunft von Henrik G. Knudsen vom Naturschutzamt bevorzugen die dänischen Vermehrer und Weihnachtsbaumanbauer bisher einen Mix aus 30 Prozent dänischen und 70 Prozent georgischen Saatgut-Herkünften. Dieses Verhältnis zugunsten der Dänen zu verschieben, ist nun das Anliegen der staatlichen Saatgutproduzenten.

Als Erstaussteller und einzige deutsche Baumschule war die Schrader Pflan-zenhandelsgesellschaft mbH & Co. KG aus Kölln-Reisiek, die auch eine starke Weihnachtsbaum-Jungpflanzen-Produktion hat, mit ihrem Langesø-Auftritt sehr zufrieden. Das charmante Give away der Baumschule bestand aus einem rot marmorierten Apfel mit eingelasertem Firmenlogo. Fachliche Besonderheit war eine Abies sibirica, die optisch eher einer Fichte ähnelt, aber weiche Tannen-Nadeln hat. Vielleicht etwas für die Topfkultur, hieß es am Stand.

Spezialist in Europa für topfgezogene Nordmanntannen ist das Unternehmen Gl. Kristineberg aus Nykøbing. Seit 1986 mit diesem Produkt – Baumgrößen von 50 bis 120 Zentimeter in drei Qualitätsstufen – am Markt, verzeichnet die Baumschule inzwischen größere Zuwächse beim Absatz an Gartencenter-Ketten, während es früher eher die kleineren, inhabergeführten Gartencenter waren, die dieses Produkt interessant fanden. Inzwischen hätten Einzelhändler ebenso wie Verbraucher entdeckt, dass eine als Baumschulcontainer gezogene Nordmanntanne eine längere Lebenszeit habe und durchaus auch nach der Weihnachtssaison noch verkäuflich und lebendig sei.

Novanet Kunststoff GmbH (34560 Fritzlar) kann für die Saison 2012 ihren Kunden einen länger geforderten Wunsch erfüllen: mehr Laufmeter pro Netzmanschette, bei gleichzeitiger Beibehaltung der Vacunet-Aufmachung. Damit werde nicht nur die Zahl der Manschettenwechsel reduziert, sondern der Lagerplatz für die Netze nochmals um 33 Prozent verringert, betonte Kurt Jungermann. Folgende Packeinheiten sind verfügbar: je zehn Manschetten (5.000 Meter Netz pro Ballen) bei ST Monoware und STB-Bändchen und 400 Meter Manschette (4.000 Meter Netz/Ballen) bei LZ-engmaschig.

Mit farbigen Netzen experimen- tiert der Hersteller Mesh Pack (38486 Klötze). Rot und Gold seien vor allem für den Endverbraucher gedacht. Seit mehreren Jahren liefert Mesh Pack grüne Netze an italienische Kunden, seit 2012 gibt es sie auch in Deutschland. Das Argument: Man sieht sie nicht so stark wie die weißen Netze, der optische Eindruck sei „ökologischer“, argumentiert Holger Schneider, durch die Farbzugabe allerdings auch etwas teurer.

Mit drei verschiedenen Motiven hat die Markus Schauer GmbH nun das Verkaufsschilder-Konzept des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger in Deutschland fertiggestellt. Die Hart-PVC-Schilder sollen die Verbraucher direkt an den Verkaufsständen informieren und können jetzt von allen Einzelhändlern erworben werden. Bei den einzelnen Schildern geht es um Pflegetipps für den Baum beim Kunden, Informationen zu seiner Aufzucht und die Vorteile eines natürlichen Weihnachtsbaums. Alle Infos zusammen sind noch einmal in einem extra erhältlichen Flyer zusammengefasst. (jen)

Mehr zum Thema lesen Sie auf drei Seiten TASPOextra Weihnachtsbaum in der aktuellen TASPO Ausgabe 39/12.