Grüne Branche

Technik für die Zukunft

Schwerpunkt Automatisierung
Beim Zwischenahner Baumschulseminar letzten Dezember wurde den rund 150 Teilnehmern ein breites Spektrum an Fachvorträgen geboten. Den Themenschwerpunkt bildeten die Automatisierung und der Einsatz zukunftsweisender Technik in Baumschulen.

Zur Einführung ins Schwerpunktthema stellte Prof. Dr. Arno Ruckelshausen von der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik, Hochschule Osnabrück, anschaulich dar, wie schwierig der Einsatz automatisierter Technik im landwirtschaftlichen Bereich ist. Anders als etwa in Fabrikhallen mit ihrer gleichmäßigen Umgebung ändern sich die Einsatzbedingungen in der Landwirtschaft ständig. Die Lichtverhältnisse sind zu jedem Termin unterschiedlich, und auch die Pflanzen verändern sich durch ihr Wachstum ständig, und damit auch die Flächen, auf denen sie stehen.

Um den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen unter diesen schwierigen Bedingungen zu erforschen, bildete sich im „Agrotech Valley“ im Nordwesten Deutschlands, wie Ruckelshausen seine Region nannte, das interdisziplinäre Forschungs- und Kompetenzzentrum COALA (Competence in Applied Agricultural Engineering), an dem Prof. Ruckelshausen und sein Kollege Prof. Dr. Thomas Rath mit anderen Wissenschaftlern und Vertretern der Wirtschaft zusammenarbeiten. Aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit sind schon verschiedene Entwicklungen entstanden, wie zum Beispiel der „Boni-Rob“.

Sensoren als Grundlage
Die Grundlage für den Einsatz automatisierter Technik ist die Verwendung von Sensoren, also Fühlern, die die Umgebung der entsprechenden Geräte erfassen. Prof. Ruckelshausen rühmte die fantastischen Möglichkeiten, die sich durch bildgebende Sensortechnologien ergeben, besonders durch dreidimensionale Verfahren. Da sich diese Technologie noch „in der Steinzeit“ befinde, hält er die Entwicklungsmöglichkeiten für „unermesslich“.

Am Beispiel sensorgesteuerter Hackgeräte zur Unkrautbekämpfung schilderte Ruckelshausen, wie aktiv Landmaschinenhersteller wie Claas, John Deere und andere an Methoden zur automatisierten, mechanischen Unkrautbekämpfung arbeiten. Und das tun sie weniger für den Nischenbereich des ökologischen Landbaus, sondern in erster Linie für die konventionelle Wirtschaftsweise. Auch große Pflanzenschutzmittelhersteller wie Bayer seien an sensorgesteuerten Geräten zur selektiven Unkrautbekämpfung sehr interessiert und engagierten sich in der Forschung zu solchen Technologien.
Als weiteres Beispiel für den Einsatzbereich von Sensortechnik beschrieb Ruckelshausen die Qualitätsprüfung an Äpfeln auf Beschädigungen, die von Sensoren selbst dann erfasst werden können, wenn sie mit dem bloßen Auge noch nicht sichtbar sind.

Erfahren Sie noch viele weitere Fakten über die autonomen Roboter im ausführlichen Artikel der Ausgabe 03/2018 Deutsche Baumschule.