Grüne Branche

Test mit Topfpflanzen: Streicheln statt Hemmen

Streicheln statt Hemmen funktioniert. Eine Streichel-Anlage wurde auf 4500 Quadratmetern in einem Betrieb am Niederrhein mit Topfpflanzen getestet. Auf sechs Gießwagen verteilt, mit Tüchern aus Bewässerungsvlies in 20 Zentimeter Abstand, höhenverstellbar je nach Pflanzenhöhe, war sie im Streichel-Einsatz. Sabine Lindemann von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen berichtete. Behandelt wurde im Jahr 2004 mit acht Fahrten von jeweils einer Stunde Dauer und einer Geschwindigkeit von neun Metern pro Minute. In den Folgejahren 2005 und 2006 wurde mit etwa sechs Metern pro Minute gefahren. Fuchsien erhielten zusätzlich 20 Behandlungen in der Nacht. Als Varianten gab es eine Kontrolle ohne Einsatz von Hemmstoffen und ohne Streichelanlage. Weiterhin fanden der ausschließliche Einsatz der Streichel-Anlage, eine Kombination von beidem und ausschließlich der Einsatz von Hemmstoffen statt.

Zu beachten ist:

- die Konstruktion der Streichelanlage in ihrer Tragfähigkeit und Schattenwirkung;

- die Anordnung der Wege für den reibungslosen, innerbetrieblichen Verkehr;

- die Flächenbelegung, besonders bei Wechsel der Stellflächen;

- Störeffekte durch Etiketten, Spaltstäbe oder ähnlichem;

- das Anbauvolumen der Kulturen mit Empfindlichkeit auf den Berührungsreiz.

Entsprechend ist die Anlage zu bauen und auszurichten.

Je früher das Streicheln einsetzt, umso besser ist die erzielte Wirkung. Besonders gut zu sehen war die praxisrelevante Wuchshemmung bei Fuchsien, so Lindemann. Die größte Hemmwirkung trat im frühen Kulturabschnitt auf. Das reichte dem Betrieb jedoch nicht für die Qualität und Vermarktung aus. Doch ließ sich bei Fuchsien etwa die Hälfte der Hemmstoffe einsparen. Der mechanische Reiz hemmt die längsten Triebe, die unteren treiben weiter aus, was einen kompakteren Wuchs ergibt. Auf die Ausbreitung von Krankheiten oder Schädlinge sowie den Nützlingseinsatz war kein negativer Einfluss der Streichelanlage erkennbar.