Grüne Branche

Teure Energie: Russisches Unter-Glas-Gemüse vor dem Aus?

Die in der ehemaligen Sowjetunion forcierte Unter-Glas-Produktion von Gemüse befinde sich heute in Russland im Niedergang. Von den seinerzeit 4000 Hektar Gewächshausfläche sei bestenfalls die Hälfte noch betriebsfähig, erklärte Anfang Dezember die Moskauer Zeitung "Landleben". Die Unter-Glas-Produktion von Gemüse sollte nach Planungen in den "Gründerjahren" zur Etablierung der Branche 13 Kilogramm pro Kopf und Jahr erreichen, gegenwärtig sei es gerade mal ein Drittel davon. Eine der Ursachen für die aktuelle Misere sei die ständige Verteuerung der Preise für Energie und Gas, für Metalle und Glas sowie für Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Außerdem sind, so die Zeitung, die meisten Anlagen von Gewächshauskombinaten mehr als 30 Jahre alt. Im Landwirtschaftministerium dominiere inzwischen die Meinung, so die Zeitung, dass es überflüssig sei, einem so winzigen Teilbereich der Ernährungsindustrie weiterhin Mittel zuzuwenden. Der russische Lebensmittelmarkt werde reichlich mit qualitätvollen Gemüseimporten aus der Türkei, dem Iran, aus Ägypten, China und mehreren anderen Lieferländern versorgt. Es stelle sich daher die Frage, ob eine Unter-Glas-Produktion von Gemüse für Russland überhaupt noch erforderlich sei.