Grüne Branche

Thomas Koch: Orchidee trifft Technik

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Schon als Schüler war Thomas Koch technikbegeistert. Diese Leidenschaft hat sich vereint mit dem Interesse an allem, was Orchideen betrifft. Heute führt der Gartenbau-Ingenieur mit seiner Frau Trudi den Betrieb „Orchideen Koch“ in Lennestadt-Grevenbrück.

Thomas und Trudi Koch inmitten ihrer Orchideen. Foto: privat

Spezialität: Jungpflanzen in der Kiste

Kochs Vater stieg nach dem Krieg in die 1887 in Unna gegründete Friedhofsgärtnerei ein. 1958 begann er mit der Züchtung und spezialisierte sich dann ganz auf Orchideen. 1985 zog der Betrieb auf den Lindenhof.

„Wir bauten ein altes Bauernhaus um, aus Schweineställen entstanden Wohnungen und Labors. Wir konnten eigene Klone erschaffen und haben in der Blütezeit rund 20 Mitarbeiter allein im Labor beschäftigt“, sagt Koch. Eine Spezialität waren Jungpflanzen in der Kiste – „bis der Markt zu voll war“.

Privatverkauf als wichtiger Absatzmarkt

Parallel zur Züchtung und Kultur von Phalaenopsis sowie Paphiopedilum setzt Koch seit Anfang der 1990er-Jahre auf den Privatverkauf. „Heute ist das ein wichtiger Absatzmarkt für uns.“ Mit Direktmailings werden Kunden beworben. Drei bis vier Veranstaltungen im Jahr sowie Betriebsbesichtigungen sorgen für den Absatz.

„Den Bestand an Stammkunden können wir am Standort nur schwer steigern. Wir setzen aber sehr auf den Tourismus hier im Sauerland und arbeiten eng mit dem Tourismusbüro zusammen“, berichtet Koch. Ob Kegelclub, Landfrauen oder Karnevalsverein – rund 100 Führungen im Jahr kommen zusammen. Zweimal im Jahr reisen die Kochs nach Frankfurt/Main und nehmen im Palmengarten an einer Orchideen-Ausstellung teil. „Das hat schon Tradition – seit 1974“, erzählt der Gartenbau-Ingenieur.

Weder Hochsaison für Orchideen, noch Sommerloch

Der Großhandelsabsatz von Orchideen erfolgte früher über den Blumengroßmarkt Dortmund. „Heute sind wir Vollanlieferer bei Landgard. Unsere Kunden sind Gärtner, die an Liebhaber verkaufen. Wir liefern unsere eigenen Orchideen-Naturformen als Jungpflanzen, übernehmen aber auch die Vorkultur bis zur fertigen Pflanze“, so Koch.

Von einer ausgeprägten Hochsaison kann der Betriebsinhaber heute nicht mehr sprechen, „früher waren Feiertage wie Ostern und Weihnachten deutlich zu spüren“. Aber auch ein Sommerloch ist nicht zu verzeichnen: „Durch die Sauerland-Urlauber haben wir eine gleichmäßige Auslastung.“

Koch als „Mädchen für alles“

Während Thomas Koch für die Produktion zuständig ist, leitet seine Frau Trudi den Privatverkauf. Unterstützt werden sie von zehn Mitarbeitern. Darüber hinaus sieht sich Koch als „Mädchen für alles“ – besonders, wenn es um die Technik geht, die im Betrieb von der Nutzung von Abwärme aus der benachbarten Biogasanlage bis zur Dreifach-Isolierverglasung und Wasseraufbereitung reicht.

Von seinem Faible profitiert aber auch die Branche, denn Koch ist seit 1991 Vorsitzender im ZVG-Ausschuss Technik und Bauwesen im Gartenbau.