Grüne Branche

Thüringer Forstbaumschule neu aufgebaut

Peter Sellner ist der Erfinder des in diesem Jahr 25 Jahre alt werdenden Weichwandcontainers (WWC), und auf diese Feststellung legt er großen Wert. Auch darauf, dass der Name des Produktes von ihm stammt. Am Beginn der Versuchsreihen, das war vor rund 30 Jahren, ging es um einen Topf für Douglasien und andere Edelnadelhölzer. Hauptziel war es dabei, bessere Anwuchsergebnisse zu erreichen. Der Topf sollte ringsum eine Durchwurzelung zulassen (also keine Ringwurzelbildung), eine Kulturperiode lang halten und dann rückstandslos verrotten, also den Forderungen des Umweltschutzes entsprechen. Letztlich entstand der WWC aus Pappe von unbedrucktem Altpapier mit Anteilen von Textilien und gereinigtem, schadstofffreiem Bitumen. Kein Industriebetrieb wollte ihn produzieren, so dass ihn Sellner selbst herstellt. Sellner beantragte für seine Erfindung die Patentrechte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ihre Feuerprobe bestanden die in WWC kultivierten Pflanzen in bayerischen Hochlagenforstämtern. Das Segment der Wildgehölze nimmt inzwischen den dreifachen Platz der Forstgehölze ein. Verwendung finden die WWC-Pflanzen beim Straßen- und Autobahnbau, der Haldenbegrünung, im ufernahen Bereich von Gewässern, im Umweltbereich oder im Garten- und Landschaftsbau. Produziert werden die WWC-Pflanzen im Stammbetrieb der Baumschule Sellner in Hohenstein/Württemberg, der einzigen Thüringer Forstbaumschule „Heinrich Cotta“ in Zillbach/ Thüringen und beim langjährigen Lizenznehmer, der Baumschule Reinke in Rellingen/Holstein. Die höheren Kosten der Containerpflanzen gegenüber wurzelnackter Pflanzen resultieren im Wesentlichen aus dem immer noch recht hohen Handarbeitsaufwand bei der Topfherstellung. Sie werden aber durch die Vorteile des WWC mehr als ausgeglichen, meint Sellner.