Grüne Branche

Tierbestattung im Diskurs

Die geschichtlichen Hintergründe zur Bestattung von Mensch und Tier stellt Oliver Withmann in seinem Artikel dar. Er beschreibt die Entwicklung in Deutschland und benennt mögliche Perspektiven für Bestatter und Friedhöfe.

Die rituelle Bestattung toter Tiere wird seit etwa 12.000 Jahren praktiziert, wobei die früheste belegte Tierbestattung als Beigabe zu der eines Menschen in Ain Mallaha, im heutigen Israel belegt ist. Die erste Tierbestattung einer Katze wurde vor 10.000 Jahren auf Zypern durchgeführt. Ihren vorläufigen geschichtlichen Höhepunkt erlebte die Tierbestattung im antiken Ägypten.

Eine weitere Blüte erfuhren Tierbestattungen im frühen Mittelalter bei den Alemannen, Franken und Sachsen, wo wohlhabende Verstorbene zusammen mit ihren Pferden und Jagdhunden beigesetzt wurden. Im niedersächsischen Rullstorf im Landkreis Lüneburg befindet sich mit bis zu 42 Bestattungen das bedeutendste Pferdegräberfeld in Deutschland.

Am bekanntesten dürfte aber das Grab der Windspiele von Friedrich II. am Schloss Sanssouci in Potsdam sein. Der „Alte Fritz“ wollte neben seinen Lieblingswindhunden beigesetzt werden. 1899 beginnt in Paris mit der Einrichtung des Tierfriedhofs „Cimetière des Chiens“ die Neuzeit der Tierbestattung. Mehr dazu in der November-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 18.

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