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Titanenwurz: weltgrößte Stinkeblume in Berlin

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Geruchsempfindliche Besucher des Botanischen Gartens Berlin mussten sich gestern eventuell die Nase zuhalten: Seit Donnerstag und nur für wenige Tage blüht in der Hauptstadt der Titanenwurz, die größte Stinkeblume der Welt.

So sah der Blütenstand (Knospe) des Titanenwurzes im Botanischen Garten Berlin am 30. Mai aus. Foto: G. Hohlstein/Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Titanenwurz lockt mit Aasgeruch Bestäuber an

Seinen penetranten Aasgeruch verströmt das spektakuläre Gewächs aus Indonesien dabei nur am ersten Blühtag – um Aasfliegen zur Bestäubung anzulocken. Heute und am Samstag kann der gigantische Titanenwurz (Amorphophallus titanum) im Begonien-Gewächshaus des Botanischen Gartens Berlin ohne Nasenklammer bewundert werden.

Die Blüte der Stinkeblume, die gestern am ersten Blühtag 1,15 Meter von der Erdoberfläche bis zur Spitze maß, beginnt sich im Lauf des heutigen Freitags bereits wieder ganz langsam zu schließen. Am morgigen Samstag neigt sich das botanische Schauspiel dann ganz seinem Ende entgegen – der Blütenstand beginnt zu welken und fällt allmählich in sich zusammen.

Auch nach der kurzen Blüte spektakulär: der Titanenwurz

Aber auch nach der dreitägigen Blüte gibt der Titanenwurz eine eindrucksvolle Pflanze ab. So kann das einzige große Laubblatt, das sich an dem Gewächs entwickelt, mehrere Meter Höhe erreichen und einem kleinen Baum ähneln. Nach bis zu zwei Jahren wird das Blatt schließlich eingezogen und die Knolle des Titanenwurz gönnt sich eine Ruhepause.

Erst danach bildet sich erneut ein Laubblatt oder nach mehreren Jahren auch ein neuer Blütenstand aus – allerdings nur, wenn der Titanenwurz nicht künstlich bestäubt wurde und sich danach orangerote Beerenfrüchte ausbilden. Im Anschluss sterben die tropischen Pflanzen nämlich häufig ab.