Grüne Branche

Tödliche Kombination: Saatgutbeizmittel, hohe Dosierungen und pneumatische Sämaschinen

Wegen des Bienensterbens im Rheintal in Baden-Württemberg schlugen Imker und Umweltschutzverbände Alarm. Sie brachten das Massensterben von Anfang an mit Beizmittel vor allem für Maissaatgut, Wirkstoff Chlothianidin, in Verbindung. Bei Clothianidin handelt es sich um ein Nervengift aus der Gruppe der Neonicotinoide. Dazu zählen das dem Clothianidin sehr ähnliche Imidacloprid und Thiametoxam, bei dessen Abbau Clothianidin entsteht. Jeweils nach der Maisaussaat mit entsprechend behandeltem Saatgut kam es schon früher in Frankreich und Italien zum großen Sterben der Bienen, darum erließ Frankreich ein Verbot für bestimmte Mittel beziehungsweise verweigerte ihnen die Zulassung. Nun hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) reagiert und ordnet das Ruhen der Zulassung für Saatgutbehandlungsmittel an. Betroffen sind folgende Produkte:

- Antarc (BVL Zulassungsnummer 4674-00);

- Chinook (4672-00);

- Cruiser 350 FS (4914-00);

- Cruiser OSR (4922-00);

- Elado (5849-00);

- Faibel (4704-00);

- Mesurol flüssig (3599-00);

- Poncho (5272-00).

Für den Gartenbau vor allem relevante Mittel sind Mesurol flüssig im Zierpflanzenbau gegen Thripse und Minierfliege, Poncho im Gemüsebau (Zuckermais und Möhre). Die Begründung des BVL lautet folgendermaßen: "Diese Entscheidung erfolgte nach eingehender Prüfung des Sachstandes … ergab, dass bei der Ausbringung von mit Insektiziden behandeltem Saatgut mit pneumatischen Sämaschinen eines bestimmten Konstruktionstyps eine höhere Exposition von Bienen verursacht wird, als im Zulassungsverfahren bisher bekannt" und weiter "Aufgrund neuer Erkenntnisse wird zur Vermeidung weiterer Bienenschäden und zur endgültigen Klärung der Zusammenhänge sowie möglicher weiterer Auswirkungen auf den Naturhaushalt aus Vorsorgegründen bis auf Weiteres ein Ruhen der Zulassung angeordnet."

Mehr dazu in der aktuellen TASPO Ausgabe Nr. 21