Grüne Branche

Töpfe & Trays: Nachhaltigkeit Thema bei fast allen Herstellern

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Die aktuelle Diskussion um Plastik-Verpackungen und deren Vermeidung ist Thema bei fast allen kunststoffproduzierenden und -verarbeitenden Unternehmen. Die meisten setzen bei Kulturtöpfen und Trays schon seit Jahren Recycling-Kunststoffe ein, haben darauf in der Vergangenheit aber nicht besonders hingewiesen, da die Kundschaft dies eher skeptisch beurteilte. Daneben nimmt das Angebot bei biologisch abbaubaren Töpfen und Trays weiter zu.

Hawita: Pflanztöpfe in PCR-Variante ohne Aufpreis

Hawita Technoplant bietet Kunststofftöpfe aus PCR (Post Consumer Recycling), was nach Firmenangaben nicht wirklich neu ist. Bereits vor über zehn Jahren und damit schon lange vor der aktuellen Kunststoff-Diskussion habe das Unternehmen begonnen, den Einsatz neuer Kunststoffe auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und den Rohstoffkreislauf zu stärken.

Jetzt bietet das Unternehmen Pflanztöpfe in einer PCR-Variante ohne Aufpreis. Der Rohstoff für die PCR-Töpfe stamme direkt aus dem Gelben Sack. Wahlweise sind diese Töpfe in Grau oder Blau lieferbar, wofür ein geringer Anteil Farbe zugemischt wird. An der bekannten Qualität ändere sich durch den neuen Rohstoff, der das EuCertPlast-Siegel trägt, nichts. Technoplant habe sich bewusst für den Einsatz von Recycling-Kunststoffen entschieden, da deren Umweltbilanz deutlich besser sei als die sogenannter Bio-Kunststoffe auf Ethanolbasis.

Gärtnerboxx aus recyceltem Kunststoff

Die 2017 vorgestellte Gärtnerboxx aus recyceltem Kunststoff mit einer Höhe von etwa neun Zentimetern, einer Breite von 32 Zentimetern und einer Länge von 54 Zentimetern wird jetzt in einer zweiten Größe angeboten. Von der ursprünglichen Gärtnerboxx im Dänenmaß passten vier auf eine CC-Lage. Hierdurch eignen sich die Boxen auch für den innerbetrieblichen Transport.

Gedacht waren sie aber als Transportbox für Kunden im Gartencenter oder Endverkauf und können hier als Mehrwegsystem verkauft werden. Bringt der Kunde diese nicht zurück, empfiehlt Technoplast, sie im Kofferraum zu lassen und beispielsweise zum Transport schmutziger Schuhe oder Gartengeräte zu verwendet. Die neue Box ist nur noch halb so groß, kann aber genauso verwendet werden wie die ursprüngliche Gärtnerboxx. Sie ist sehr stabil und ebenfalls aus PCR in Grau lieferbar.

Herkuplast: Plattensysteme für die Jungpflanzen-Anzucht

Herkuplast Kubern ist seit fast 50 Jahren auf die Entwicklung, Produktion und Einführung von Plattensystemen für die Jungpflanzen-Anzucht spezialisiert und einer der führenden Anbieter. Wie Verkaufsleiter Bernhard Aichele ausführt, sei das Motto „Rationalisieren mit Quickpot und Herkupak“ Antrieb und Motivation für das Team, technisch anspruchsvolle Produkte für die rationelle Pflanzenproduktion zur Verfügung zu stellen.

Mit der QP D 150 ist jetzt ein Ersatz für die bewährte QP 150R im Dänen-Format für Zierpflanzen und Ziergehölze verfügbar. Für Stauden und Gehölze wurden mit der QP D 28T/15,5 und den Modellen QP D28/5,8R, QP D 28/8,4R, QP D 28/7,4R und QP D 28/5,4R eine eng abgestimmte Plattenserie für große Ballenpflanzen geschaffen.

Durchgängige Plattenserie für Paperpots und Plugs

Für Paperpots und Plugs bietet Herkuplast jetzt eine durchgängige Plattenserie für die Aufnahme von Plugs von 15 bis 80 Millimeter Durchmesser, mit verschiedenen Zelltiefen auch für höhere Plugs. Trotzdem wurde die schon breite Palette an Spezialplatten für dieses Vermehrungssystem noch weiter ergänzt. Mit den beiden Modellen HP D128/3,5P-25 und der HP D 126/4P-28 kann laut Herkuplast im Bereich der Beet- und Balkonpflanzen noch rationeller produziert werden. Die neue HP D 24/6P-70 rundet das Angebot für Paperpots mit sieben Zentimeter Durchmesser ab.

Alle Modelle für Paperpots bieten eine optimale Luftumspülung und beste Drainage durch eine eckige Zellform mit mittigen Halterippen und dem bewährten Schräglochboden. Herkuplast weist darauf hin, dass diese Plattentypen auch sehr gut für die Aufnahme von Erdpresstöpfen oder Cocoplugs geeignet sind und sich gerade im Gemüsebau im Süden bewährt haben.

Modiform: Töpfe aus PCR – „Why only blue?“

Pöppelmann präsentierte im vergangenen Jahr seine blauen Töpfe in der Produktlinie „Recycling Blue“ aus PCR (Post-Consumer-Rezyklat), die zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen und zu 100 Prozent recycelbar sind. Das recycelte Material stammt aus dem Gelben Sack. In diesem Zusammenhang fragt Modiform „Why only blue?“ und präsentiert ebenfalls Töpfe aus PCR.

Unter dem Motto „Modiform gibt jeden Tag recyceltem Material eine neues Leben“ präsentiere Modiform Töpfe und Trays aus dem Recyclingmaterial in Grau, Braungrau, Grün und Blau, weitere Farben sollen folgen. Kunden können alle Größen in den thermogeformten und im Injectionverfahren produzierten Töpfe aus diesen Farben wählen. Sie sind zu 100 Prozent recycelt und recycelbar. Modiform kann auch cool-grey-farbene Transportrays, Packs und Vermehrungsplatten aus alten weißen Produkten liefern.

Neben den Töpfen präsentiert Modiform zudem Trays zu 100 Prozent aus recyceltem Material, ebenfalls in Farben, glänzend und matt. Jeder RAL Farbton sei denkbar, so Modiform. Nach Firmenangaben seien die Trays besser geformt, fester und stabiler.

Zu 100 Prozent aus Altpapier: EcoExpert

Modiform ist bestrebt, dem Gartenbau nachhaltige und umweltfreundliche Verpackungs- und Transportprodukte anzubieten. Da nicht alle ihre Kunststoffprodukte zu ihnen zurückkommen und andernorts recycelt werden, hat Modiform überlegt, wie in dieser Situation vorzugehen ist und die neue Produktreihe EcoExpert entwickelt.

Die EcoExpert-Produktreihe besteht aus Papierfasern, wobei diese zu 100 Prozent aus Altpapier stammen. Die Produkte sind recycel- und kompostierbar und – sollten sie in die Natur gelangen – innerhalb von einem Jahr komplett abgebaut. Die verwendete Pappe stammt aus FSC-Quellen und die Fasern sind länger als Papierfasern, die Produkte sind dadurch fester.

Um ein Eindringen von Wasser zu verhindern werden diese mit einem natürlichen Wachs-Additiv abgedichtet. Laut Modiform sind die EcoExpert-Transportpaletten für Einzelhandel, Verbraucher und Natur vorteilhaft. Neben Transportpaletten gehören zudem EcoExpert-Kulturtöpfe vom 9er- bis 19er-Topf zum Programm.

Pöppelmann: „Recycling Blue“ zu 100 Prozent recycelbar

Pöppelmann bietet dem Gartenbau unter der Marke Teku hochwertige Pflanztöpfe, professionelle Anzuchtsysteme oder Kultur- und Transporttrays an. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen die Produktlinie „Recycling Blue“ vor, bei der die verwendeten Kunststoffe aus dem Gelben Sack stammen und diesem wieder zugeführt werden.

Die Töpfe in der „Recycling Blue“ Produktlinie aus PCR (Post-Consumer-Rezyklat) stammen zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial und sind zu 100 Prozent recycelbar und gewährleisten damit einen geschlossenen Materialkreislauf. Mit den Töpfen in der Farbe „Recycling Blue“ beabsichtigt Pöppelmann die Quote der wiederverwendeten Kunststoffabfälle zu erhöhen.

Palette der Jungpflanzen- und Baumschulplatten erweitert

Darüber hinaus hat Pöppelmann die Palette der Jungpflanzen- und Baumschulplatten erweitert, so um die BP 3153/60 T im Dänenmaß von 310 x 530 Millimeter mit einem Volumen von 76 Milliliter für Plugs bis zu einer Höhe von 48 Millimeter. Pro Lage lassen sich vier Trays mit insgesamt 240 Pflanzen unterbringen, was 365 Pflanzen pro Quadratmeter entspricht.

Stapelnocken halten einen definierten Abstand von Tray zu Tray und ermöglichen auch die automatisierte Entstapelung. Für eine sichere Beförderung sorgen Transportnocken, in die der Profilboden der Palette verrastet. Gleichzeitig schützen sie die Plugs vor Stauchung, da das Profil nicht in den Nutzen drücken kann.

Die Paletten besitzen seitliche Wurzelführungsrippen und Luftkanäle. Ihr Profilboden ist optimal auf die Be- und Entwässerung ausgelegt. Die Paletten lassen sich mit Stecketiketten ausstatten, für die ein Etikettenschlitz vorgesehen ist.

Die BP 2854/72 hat ein Volumen von 59 Milliliter und sorgt mit 476 Pflanzen pro Quadratmeter für eine optimale Platzausnutzung. Jede Lage umfasst vier Trays, also 288 Pflanzen. Die Platten sind mit fünf Millimeter Aufstellfüßen sowie Stapelnocken versehen, sodass sie sich für automatisierte Entstapelung eignen. Eine Bodenrille sorgt für eine ausgezeichnete Belüftung sowie Be- und Entwässerung. Eine weitere Besonderheit ist die Randhöhe von 21 Millimetern, die ermöglicht diese zu bedrucken, mit Klebeetiketten oder RFID-Tags auszustatten.

Die BP 3153/28 im Dänenmaß hat ein Volumen von 98 Millilitern und zeichnen sich durch eine hohe Nutzenkonizität aus. Jede Lage enthält vier Trays mit jeweils 28 Nutzen für insgesamt 112 Pflanzen pro Lage, also 170 Pflanzen pro Quadratmeter. Der verrundete Boden der Paletten verhindert, dass sich die Pflanzen daran festsetzen. So lassen sie sich leichter entnehmen. Belüftungslöcher ermöglichen eine optimale Luftzirkulation. Die Bodenrille sorgt ebenfalls für ausgezeichnete Belüftung sowie eine gute Be- und Entwässerung.

Soparco: Versuche mit neuen Materialien

Soparco ist ein familiengeführtes Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern und produziert in Frankreich an zwei Standorten. Bereits seit 1985 fertigen sie ihre Kunststofftöpfe aus nachhaltigem Polypropylen. Dieses recycelte Material stamme aus verschiedenen Quellen wie Lebensmittel-, Pharmazeutika-Verpackungen, Autoteilen, Spielzeug sowie Teilen ihrer eigenen Produktionsabfälle. Letztere werden sortiert und wiederverwendet, so das Unternehmen.

Für weiße oder helle Töpfe ist neues Material erforderlich. Alle übrigen bestehen zu 90 Prozent aus recyceltem Kunststoff, was früher aber nicht gern gesagt wurde. Soparco unternimmt zudem Versuche mit neuen Materialien – so etwa Abfälle von Muschelschalen oder Kaffeebohnen, die mit Kunststoffen gemischt zu neuen Gefäßen verarbeitet werden könnten. Keine Aussage wurde jedoch zur Recyclingfähigkeit gegeben.

Desch Plantpak: D-Grade Bio Gefäße industriell kompostierbar

Vor rund zehn Jahren hat Desch Plantpak die Serie D-Grade Bio vorgestellt. Hierfür verwendet das Unternehmen Biopolymere aus Pflanzen und stellt daraus Körner her, die zur Verarbeitung zu Folien geeignet sind. Aus diesen Folien produzieren sie Töpfe und Schalen im Tiefziehverfahren. In Abstimmung mit Gärtnern und dem Handel haben sie für diese Serie eine olivgrüne Farbe gewählt.

Die D-Grade Bio Gefäße sind als „OK Biobased“ mit vier Sternen und damit in der höchsten Klasse sowie als „OK Compost“ zertifiziert. Die D-Grade Bio Produkte sind zu 100 Prozent biologisch abbaubar und industriell kompostierbar.

Laut Desch wird bei der Produktion weniger Energie benötigt und deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei der Produktion vergleichbarer Gefäße aus recyceltem Polypropylen. Die D-Grade Bio Töpfe eignen sich zudem für die Verarbeitung in automatisierten Prozessen, wie Entstapeln, Befüllen bis hin zur Verpackung. Im Programm sind Blumentöpfe in verschiedenen Größen in rund, viereckig, Anzuchtschalen und Trays sowie Packs.

Töpfe und Trays aus Papierzellstoff

Jetzt wird das Sortiment um zwei weitere Linien, die Fibre- und Evo-Serie, ergänzt. Mit dem Namen D-Grade Fibre führt Desch Töpfe und Trays aus Papierzellstoff ein. Die D-Grade Fibre Produkte sind umweltfreundlich, zu 100 Prozent biologisch abbaubar, kompostierbar, feuchtigkeitsabweisend und -absorbierend und aus 100 Prozent recyceltem Papier. Hauptbestandteil von D-Grade Fibre ist eine biologisch abbaubare Holzfaser natürlichen Ursprungs. Die Produkte sind fest und leicht, sowie größtenteils kompostierbar und recycelbar.

Bei den D-Grade Evo handelt es sich um die ersten zu 100 Prozent biologisch abbaubaren Pflanztöpfe, die aus Grünabfall hergestellt sind. Hierbei handelt es sich um ein patentiertes Konzept des israelischen Unternehmens Bioplasmar. Laut Desch tragen die Töpfe zu einer schnelleren Entwicklung der Pflanzenwurzeln bei und es sei weniger Düngemittel erforderlich. Als Vorteile nennt Desch die maschinelle Verarbeitbarkeit, verbessertes Pflanzenwachstum und kürzere Kulturzeit sowie direktes Pflanzen mitsamt dem Topf in den Boden, weshalb er beispielsweise besonders gut für den GaLaBau geeignet ist. D-Grade Evo ist ein Produkt von Sede Environment und Bioplasmar.

Recover nennt Desch seine Produktlinie, die ausschließlich aus Kunststoffabfällen aus dem Post-Consumer-Bereich hergestellt ist. Die Produkte erhalten eine eigene, unterscheidbare Farbe, sodass sie nach dem Gebrauch aus dem Abfallstrom einfach aussortiert und wiederverwendet werden können. In Deutschland sind diese Töpfe in Blau, in Großbritannien Grau und Taupe.