Grüne Branche

Torfersatz: Projekt „TeiGa“ nimmt Fahrt auf

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Das neue niedersächsische Verbundprojekt „TeiGa“ testet seit März dieses Jahres Torfalternativen in Versuchen und Praxisbetrieben – in den drei verschiedenen Fachrichtungen Baumschule, Zierpflanzenbau sowie Gemüsebau. Unter die Lupe genommen werden dabei verschiedene torfreduzierte und torffreie Substrate.

Derzeit testen Versuchanstalten den Anbau in unterschiedlichsten torfreduzierten und torffreien Substraten. Foto: LWK Niedersachsen

Ziel: 25 Prozent weniger Torf bis zum Jahr 2020

Ziel des Verbundprojekts „TeiGa“ ist es, Möglichkeiten und Risiken in der Kultur mit torfreduzierten und torffreien Substraten aufzuzeigen und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Substraten zu entwickeln. Die niedersächsische Landesregierung visiert dabei an, für den niedersächsischen Produktionsgartenbau unter Berücksichtigung der kulturbezogenen Anforderungen eine Minimierung des Torfeinsatzes um 25 Prozent bis zum Jahr 2020 zu erreichen.

Dieses Ziel soll im Rahmen einer Selbstverpflichtung und in enger Kooperation mit den betroffenen Akteuren erreicht und durch geeignete Maßnahmen begleitet werden.

Das Projekt „TeiGa“ führt, aufbauend auf den Ergebnissen einer Vorstudie, weiterführende Untersuchungen mit verschiedenen Torfersatzstoffen in Gemüse- und Zierpflanzen sowie Baumschulgehölzen durch. Es soll Potenziale und Grenzen der eingesetzten Materialien ermitteln und weitere Fragen zur Haltbarkeit sowie zu Kulturmaßnahmen und Ansprüchen insbesondere empfindlicher Kulturen klären.

Forschungsprojekt „TeiGa“: Praxisphase folgt im dritten Jahr

Die Versuche erfolgen in den ersten zwei Jahren in den Versuchsbetrieben, während im dritten Jahr eine Praxisphase anschließt. Diese soll die erarbeiteten Maßnahmen auf ihre Tauglichkeit im gärtnerischen Produktionsbetrieb testen. Erste Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr werden laut Ankündigung der Projektverantwortlichen Anfang 2017 im Zwischenbericht veröffentlicht.

Neben der Prüfung der Eignung vorhandener und potenzieller Torfersatzstoffe soll das Projekt auch den Transfer von Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis – Beratung genauso wie Betriebe – sowie Handlungsempfehlungen für eine aktive Steigerung der Akzeptanz von Torfersatzstoffen beinhalten. Diese Empfehlungen werden als Informationen für Hersteller, Produktionsgärtner, Handel und Verbraucher veröffentlicht, um zu gewährleisten, dass jeder Teil der Vermarktungskette die veränderte Handhabung mit einer Pflanze in torfreduziertem Substrat kennt.

Unter anderem wurde auf der Internetplattform Hortigate ein eigener Informationsbereich zum Thema Torfersatzstoffe eingerichtet, auf dem Gärtner und andere Interessierte Versuchsberichte abrufen können. Des Weiteren berichtet die Internetseite der Landwirtschaftskammer Niedersachsen regelmäßig über den Verlauf des Projektes.

Mehrere Partner und Unterauftragnehmer beim Projekt „TeiGa“ an Bord

Umgesetzt wird das mehrjährige Verbundprojekt mit einem koordinierenden Antragsteller (Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Lehr- und Versuchsanstalten Gartenbau – Zierpflanzenbau und Baumschule – sowie dem Institut für gartenbauliche Produktionssysteme – Gemüsebau – der Leibniz Universität Hannover) und mehreren Partnern/Unterauftragnehmern (Gartenbaubetriebe, -beratungsring, Substrathersteller).

Der Name „TeiGa“ bildet sich nicht nur aus der Projektbezeichnung (Torfersatzstoffe im Gartenbau), er soll auch an die Taiga erinnern, eine Landschaftsform, in der sich Wälder mit Moorflächen abwechseln. Ein eingängiger Name also für ein Projekt, das sich mit der Reduktion von Torf in gartenbaulichen Substraten auseinander setzt.