Grüne Branche

Torffreie Hobbyerden: Ist teurer besser?

, erstellt von

Insgesamt 20 torffreie Erden für den Endverbraucher hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Rahmen des Verbundforschungsprojekts „TeiGa“ untersucht. Ihre Fragestellung: Sind bei torffreien Erden die teureren auch die besseren?

Beet- und Balkonpflanzen torffrei – in Markenerde (oben) und in einer Billigalternative kultiviert. Fotos: LVG Ahlem

Das vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium geförderte Projekt „TeiGa“ hat zur Aufgabe, Handlungsempfehlungen für das Verwenden von Torfersatzstoffen im Gartenbau auszuarbeiten. In diesem Fall ging es darum, die Auswirkungen von Veränderungen in der Substratzusammensetzung zu testen und damit der Verkaufsberatung Unterstützung zu bieten.

Torffreie Substrate – von Markenprodukten bis zur Aktionsware

Die 20 untersuchten Substrate waren alle in verschiedenen Verkaufsstätten im Großraum Hannover eingekauft worden – Eigenmarken, Produkte namhafter Hersteller, aber auch Aktionsware und Sonderposten. Die Preise pro Liter reichten dabei von 0,11 bis 0,13 Euro bei der Aktionsware bis zu Preisen zwischen 0,19 und 0,33 Euro je Liter bei den Herstellermarken.

In die Substrate topfte die Landwirtschaftskammer in Kalenderwoche (KW) 22 Geranien und Calibrachoa, beide in Balkonkästen im Freiland. Bewässert wurde mit Brunnenwasser, gedüngt wöchentlich mit fünf Litern Mehrnährstofflösung pro Balkonkasten (zwei Gramm pro Liter).

Deutliche Unterschiede in der Entwicklung

17 Wochen nach dem Topfen (KW 39) zeigten die Kulturen laut Niklas Ahrens von der Landwirtschaftskammer teilweise erhebliche Entwicklungsunterschiede, die sich nicht immer mit unterschiedlichen Nährstoffgehalten im Substrat erklären ließen. Vor allem die empfindlicheren Calibrachoa wiesen deutliche Unterschiede im Wachstum auf und hatten teilweise sogar Schadsymptome.

Allerdings: Diese Unterschiede ließen sich nicht in Zusammenhang mit der Einteilung in Herstellermarken oder Aktionsware oder gar mit dem Substratpreis bringen. Zumal auch Wetterkapriolen die Versuchsergebnisse beeinflussten: Die Beet- und Balkonpflanzen-Saison 2017 war durch hohe Niederschläge geprägt, die unter anderem zu ungleichmäßiger Nährlösungsverteilung geführt hatten.

Teurer ist nicht unbedingt besser

Dennoch wagt Ahrens mit Blick auf seine Untersuchungen folgendes Fazit: Bei torffreien Hobbysubstraten ist teurer nicht unbedingt besser – Hersteller- und Eigenmarken liegen zum einen auf ähnlichem Preisniveau, zudem müssen günstige Eigenmarken nicht schlechter als teure Herstellermarken sein. Allerdings waren im Wuchs bei Eigenmarken mehr Ausreißer nach unten zu verzeichnen.

Billige Aktionsware fiel allerdings im Vergleich deutlich ab. Zudem kommt es auch auf die Kultur an: Calibrachoa beispielsweise reagieren auf Unterschiede im Substrat deutlich empfindlicher als Pelargonien.

Wiederholung der Versuche in diesem Jahr

Ahrens Aussagen gelten ausdrücklich nur für die Beet- und Balkonpflanzen-Saison 2017 und nur für die verwendeten Substrate. Die Witterung, den Wechsel von Zulieferern und die Veränderung von Qualitäten und Chargen haben hier einen großen Einfluss. Deshalb ist eine Wiederholung der Versuche in der kommenden Saison 2018 geplant.