Grüne Branche

Traditionelle Friedhofs-Begehung: zwei neue Friedhofs-Broschüren wurden vorgestellt

Zur traditionellen Nachallerheiligen-Begehung trafen sich Mitglieder der Fachgruppe Friedhof im Bayerischen Gärtnerei-Verband (BGV) und der Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner (TBF) in Ingolstadt.

Rund 150 Friedhofsgärtner ließen sich im Rahmen der Nachallerheiligen-Begehung von Friedrich Mayer aus dem bayerischen Staatsministerium zwei Broschüren zum Thema Friedhof vorstellen. Foto: TBF

Im Rahmen der Begehung des Ingolstädter Westfriedhofes stellte Abteilungsleiter Friedrich Mayer aus dem bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Öffentlichkeit zwei neue Broschüren zum Thema Friedhof vor, die von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) herausgegeben wurden.

Als Ergebnis einer über zweijährigen Kooperation der TBF Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner mit 22 weiteren Partnern, darunter den Bestattern, Steinmetzen, Kreisfachberatern, den Kirchen, den Gartenbauzentren sowie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, sind zwei ansprechend gestaltete Hefte entstanden.

Das eine wendet sich an die Bürger und will zu Gedanken rund um Tod und Friedhof anstoßen, das andere ist an die Kommunen und Entscheider in Sachen Friedhof gerichtet und hat den Wandel der Friedhofskultur, dessen Auswirkungen und Herausforderungen zum Thema.

Im Tagungsteil war Christoph Hilligardt, der aus Pforzheim angereist war, ein Highlight. Er stellte in seinem Vortrag über Gemeinschaftsgrabfelder in seiner Stadt den interessierten Gärtnern die Entwicklung auf Pforzheimer Friedhöfen vor. Der in Pforzheim mit einer Verbrennungsquote von 70 Prozent schon früh bemerkte Wandel in der Bestattungskultur führte zum „Qualitätszirkel Friedhof“, bestehend aus Gärtnern, Bestattern und Steinmetzen. Gemeinsam versuchten sie, neue, kostengünstige, bürgernahe Bestattungsangebote zu entwickeln, um den Friedhof attraktiv zu erhalten.

Heute bietet nicht nur der Hauptfriedhof verschiedenste gärtnerbetreute Grabanlagen an, die sich großer Nachfrage erfreuen. Aus Sicht Hilligardts liegt der Grund für den Erfolg in der guten gärtnerischen Arbeit, die die Kunden überzeugt, kombiniert mit einem reichen Serviceangebot rund um den Friedhof.

Ein „Tag des Lebens“ wird regelmäßig zusammen mit sozialen Berufen durchgeführt. Es gibt mehrmals im Jahr Friedhofsführungen, eine Friedhofszeitung, kostenlose Trauerberatung, einen Seniorenkreis und ein kostenloses Friedhofsmobil.

Rudolf Sterkel von der Firma Heidezüchtung Kramer, die das Calluna-Sortiment „Gardengirls“ züchtet und vertreibt, bot gerade zur Herbstzeit für manchen Gärtner viel Wissenswertes. Sterkel wies vor allem auf unterschiedliche Züchtungsansätze hin, die dazu geführt hätten, dass es sehr früh und sehr spät blühende Sorten gebe. Die frühesten Sorten seien dabei vor allem für Gartencenter interessant, sie blühten ab August, seien aber nicht so lange haltbar. Spätere Sorten der sogenannten „Late Line“ seien für das Friedhofsgeschäft besser geeignet, da sie auch noch an Allerheiligen attraktiv aussähen. (tbf)